Branche -

Die Udo-Herrmann-Kolumne Einfach wissen, wer was hat

Exklusiv in bwd stellt Udo Herrmann in seiner Kolumne ­Bausteine aus dem "Erfolgskonzept für Handwerker" vor. Heute erfahren Sie, wie Sie aufwendige Werkzeugsuche und teueren Werkzeugschwund verhindern.

Bei meinen Coachings in Handwerksbetrieben stoße ich immer wieder auf das Thema "Werkzeug", das zu Unstimmigkeiten sowohl bei den Mitarbeitern als auch beim Chef führt. Viel zu oft haben Monteure oder Verleger keinen eigenen Werkzeugsatz und müssen sich Hammer, Glättkelle oder Akkuschrauber mit anderen Kollegen teilen. Auszubildende sind genervt, wenn sie für eine aufgetragene Arbeit erst mal bei den Gesellen das für die Aufgabe erforderliche Werkzeug erbetteln müssen. Spricht man den Chef auf den Missstand an, erhält man folgende Antworten: "Ich habe schon so viel Werkzeug gekauft – aber die Mitarbeiter passen nicht darauf auf. Ständig ist etwas verschwunden. Wenn ich das Chaos in den Werkzeugkisten sehe, habe ich keine Lust mehr, wieder Geld für Neues auszugeben!"

Unproduktive Zeit durch Werkzeugsuche

Oft sind es Standardwerkzeuge, wie das Fußbodenmesser, eine Malerspachtel oder der Zollstock, die zu Suchzeiten auf den Baustellen und damit zu unproduktiven Zeiten führen. Auch das Auffinden von Maschinen oder Messgeräten, die gemeinschaftlich vom ganzen Team genutzt werden, verursacht häufig Missstimmung und Zeitverluste. Weißt du, wer zuletzt das CM-Messgerät dabei hatte? So eine Frage haben Sie vielleicht schon hundertmal gehört. Folgende Maßnahmen verbessern die beschriebenen Situationen:

Jeder Mitarbeiter – auch jeder Auszubildende – bekommt bei Eintritt ins Unternehmen einen vollständigen Werkzeugsatz. Dafür ist er während der gesamten Nutzungszeit selbst verantwortlich. Jedes einzelne Teil ist auf einer Übergabeliste aufgeführt. Der Mitarbeiter unterschreibt bei dem Empfang, dass er fehlendes Werkzeug auf eigene Kosten neu beschaffen wird, sollte etwas verloren gehen, oder es wird zum Beispiel bei Austritt aus dem Unternehmen der Werkzeugsatz wieder abgegeben. Durch diese Vorgehensweise werden die zur Verfügung gestellten Werkzeuge viel sorgsamer behandelt und seltener weiterverliehen. Verschlissenes oder beschädigtes Werkzeug sollte der Chef ohne Diskussion ersetzen. Spezialmaschinen oder Messgeräte, die von allen Kollegen benutzt werden, haben einen festen Platz in einem Metallregal. Sowohl die Maschinenkoffer als auch die Fachböden, auf denen die Geräte lagern, sind mit Etiketten beschriftet. So erkennt jeder auf einen Blick, wo welche Maschine hingehört. Und wenn der so beschriftete Regalplatz leer ist? Wer hat nun das CM-Messgerät? 

Ordnungssystem bringt schnelle Übersicht

Jeder Mitarbeiter bei uns hat zehn Magnetschildchen mit seinem Namen, beispielsweise Tobias. Holt Tobias das CM-Gerät aus dem Regal, nimmt er sein Namensschild von einer im Lager befestigten Magnettafel und clipst es einfach an das Beschriftungsschild "CM-Gerät" an das Metallregal. Nun weiß jeder, dass Tobias gerade mit dem Messgerät unterwegs ist. Ganz ohne Zettel schreiben ist jeder informiert. Einmal umgesetzt ist das System selbsterklärend und funktioniert ab der ersten Minute. Nach Rückkehr von der Baustelle wird das Werkzeug wieder an den dafür vorgesehenen Platz eingelagert und das Magnetschild wandert vom Regal wieder zu dem "Parkplatz" auf der Magnettafel. Diese einfache Verbesserung spart viel Nerven und Zeitverlust durch Suchen und Rückfragen.

Herzlich

Ihr Udo Herrmann

Downloads zu diesem Artikel
© boden-wand-decke.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen