Das Unternehmen, das 2007 mit dem roomy-award für „Die beste Leistung im Handwerk“ ausgezeichnet wurde, hat sich innerhalb weniger Jahre am Markt etabliert. Eine ungewöhnliche Geschäftsidee, Unternehmergeist und Tatkraft waren für die guten Ergebnisse entscheidende Voraussetzungen. Die Erfolgsgeschichte der BHG soll nun in Luxemburg fortgeführt werden.

Ein Betrieb für alle Fälle
Wie in einem typischen Handwerksbetrieb sieht es in der Bauhandwerksgesellschaft (BHG) Trier nicht aus. Man fühlt sich eher an ein Unternehmen erinnert. Es gibt ein großes Konferenzzimmer, auf den Schreibtischen türmen sich Akten, das Unternehmen verfügt über zahlreiche Fahrzeuge und vor dem Gebäude steht ein großes Banner mit Logo und Slogan der BHG. Geschäftsführer und Inhaber Stefan Zang sowie sein Teilhaber Holger Konz sind mit Blackberries ausgestattet, um schnelle und unkompliziert kommunizieren zu können. Dafür, dass hier ein erfolgreiches Handwerksunternehmen seinen Sitz haben soll, geht es auf den Fluren recht ruhig zu. „Die sind alle auf der Baustelle“, erklärt Konz.
Die BHG war ursprünglich ein Tochterunternehmen der Baugrund Aktiengesellschaft, die im Südwesten Deutschlands zahlreiche Liegenschaften betreute. Als im Jahr 2003 ein neuer Eigentümer der Baugrund Aktiengesellschaft die BHG verkaufen wollte, griff Zang zu. Der gelernte Fliesenleger- und Maurermeister entwickelte zusammen mit einem Partner einen Geschäftsplan, der vorsah, die Standorte Trier und Koblenz der BHG zu kaufen. Als einen Tag vor dem offiziellen Notartermin Zangs Partner absprang, entschied der sich innerhalb weniger Tage und einiger schlafloser Nächte, das Geschäft alleine zu schultern. Eine Entscheidung, die er nicht bereut.
Zang, der bereits seit 2000 bei der BHG in Trier arbeitete, etablierte das Unternehmen dann in kurzer Zeit am Markt. Denn als Tochterunternehmen der Baugrund AG akquirierte die BHG in der Vergangenheit ihre Aufträge in erster Linie über Arbeiten in den Besitztümern der Muttergesellschaft. Damals war die BHG Trier für sämtliche in den Liegenschaften anfallenden handwerklichen Arbeiten zuständig.
Aus dieser Zeit stammt auch Zangs Idee, mit seinem Unternehmen einen handwerklichen Rundumservice anzubieten. Der Slogan „Alles aus einer Hand“ verdeutlicht diesen Anspruch. Insgesamt acht Gewerke vom Fliesenleger über Heizung und Sanitär bis zum Bodenleger bietet die BHG in Trier und Koblenz an. „Wir haben an beiden Standorten alle erforderlichen Meisterqualifikationen im Personal. Alle Gewerke, die wir anbieten, decken wir mit der entsprechenden Zulassung durch die Handwerkskammern ab“, betont Zang.
Service als Erfolgsfaktor
Damit setzt sich das Unternehmen von anderen Marktteilnehmern ab. Denn der Kunde hat für alle Fragen, auch bei größeren Aufträgen wie beispielsweise einer kompletten Badsanierung, nur einen Ansprechpartner und bekommt nur eine Rechnung. In der Firmenzentrale werden die Baustellen eingeteilt und koordiniert, so dass punktgenau geplant werden kann. Zeitverluste oder Missverständnisse zwischen unterschiedlichen Subunternehmern entstünden erst gar nicht, erklärt der Geschäftsführer. Auch darin liegt nach Ansicht Zangs das Geheimnis einer Erfolgsquote von 86 Prozent der Angebote.
Doch nicht nur bei der Leistung, auch in der Außendarstellung steht für Zang der Servicegedanke im Vordergrund. Höflichkeit und Kompetenz sind bei der BHG keine leeren Floskeln. Deshalb hängt im großen Flur des Unternehmens auch ein Spiegel, an dem jeder Handwerker morgens vorbei muss. Das Ziel: ein sauberes und ordentliches Auftreten beim Kunden. Da versteht Zang keinen Spaß. „Ich hab auch schon mal Wartungsmonteure, die hier morgens unrasiert aufgetaucht sind, wieder nach Hause zum Rasieren geschickt.“ Mit dieser Philosophie leiten Zang und Konz ein Unternehmen mit inzwischen 76 Mitarbeitern, davon neun Auszubildende, an drei Standorten.
Neben Trier und Koblenz eröffnete die BHG 2007 eine Filiale in Luxemburg. Bereits zwei Jahre vorher hatte der Betrieb eine Handelsermächtigung in Luxemburg erworben und bot dort Dienstleistungen an. Durch zahlreiche steuerliche Vorteile begünstigt, sind in Luxemburg vor allem Sanierungs- und Renovierungsaufträge zu erschließen. Vom anhaltenden Bauboom im Nachbarland überzeugt, eröffnete die BHG nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit eine Niederlassung mit vier Mitarbeitern in Luxemburg. Durch konsequente Marktbearbeitung, auch bei kleinsten Aufträgen, gelang es dem Unternehmen laut Zang, bereits im ersten vollen Geschäftsjahr einen Umsatz von 635.000 Euro zu erzielen. Das angepeilte Umsatzziel von einer Million Euro im Jahr 2011 kann damit wohl nach oben korrigiert werden.
Moritz Grießbach