Die Udo-Herrmann-Kolumne: Der Parkettprofi und roomy-Gewinner gewährt Einblicke in seine Erfolgsstrategie Drei Wochen Urlaub? Kein Problem!

Exklusiv in boden wand decke stellt Udo Herrmann in seiner Kolumne Bausteine aus seinem „Erfolgs­konzept für Handwerker“ vor. Erfahren Sie diesmal, wie Sie längere Auszeiten nehmen können, ohne dass Ihre Firma darunter leidet.

Udo Herrmann
Udo Herrmann. - © privat
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EB 115 (pdf, 95 KB)

„Burnout“ – dieses Schlagwort ist in vielen Berichten, Reportagen und Fernsehsendungen über unsere Arbeitswelt allgegenwärtig. Psychische Erkrankungen von Arbeitnehmern und Führungskräften lähmen immer mehr Firmen in Deutschland. Wenn es den Chef eines Handwerksbetriebes trifft, ist schnell die Existenz des Unternehmens in Gefahr. Ich selbst merke, wie mein Nervenkostüm immer dünner wird. Der gestiegene Wettbewerb durch die Novellierung der Handwerksordnung, das Haftungsrisiko bei fehlerhaftem Material, die vielen rechtlichen Änderungen zu Lasten des Handwerks, wie z.B. das neue Fernabsatzgesetz, das alles kostet viel Energie und Nerven. Dazu kommen die gestiegenen Erwartungen der Kunden, die Forderung nach schneller Erreichbarkeit und umgehende Antwort auf Anfragen.

Wir leben in einer Zeit der schnellen Veränderung – das erzeugt Überlastung und Stress. Deshalb wird es immer wichtiger, ausreichende Erholungsphasen einzuplanen. Nur so ist es möglich, die eigene Arbeitskraft auf Dauer zu erhalten. Bei ständiger Überarbeitung drohen schwere Krankheiten wie Depressionen.

Am Anfang des Jahres mache ich mir mit dem Erfolgsblatt 115 einen Erholungsplan. Ich lege fest, wie viele Tage Urlaub ich mache und wie viele Wochenenden des Jahres arbeitsfrei bleiben. Die festgelegten Zeiten werden dann im Kalender geblockt. Aufträge und andere Geschäftstermine werden dann entsprechend um diese Termine eingeplant. Auftraggeber und Geschäftspartner bekommen rechtzeitig entsprechende Informationen über die Abwesenheitszeiten. Zu Beginn meiner Selbständigkeit vor über 16 Jahren dachte ich:

„Das kannst du nicht machen, Aufträge gehen vor.“ Heute weiß ich, dass auch drei Wochen Urlaub am Stück möglich sind, wenn diese Auszeit entsprechend geplant wird. Mit dem Erfolgsblatt 117 bereite ich meinen Urlaub strategisch vor. Ich verwende die Seite 2 (To-Do-Checkliste Firma) und Seite 3 (To-do-Checkliste privat), um alle erforderlichen Maßnahmen für eine entspannte Urlaubszeit einzuleiten. Habe ich eine Urlaubsvertretung im Betrieb? Welche Vollmachten benötigt diese, um „nahtlos“ weiterarbeiten zu können? Wer soll über meine Abwesenheit informiert werden? Wie kann die Auszeit für Wartungs- und Reparaturarbeiten sinnvoll genutzt werden? Welche Fristen müssen während meiner Abwesenheit beachtet und eingehalten werden? Punkt für Punkt gehe ich durch und hake ab, wenn die entsprechende Vorbereitung erledigt ist. Auf der Checkliste „privat“ wird an wichtige Reisevorbereitungen erinnert, wie z.B. die Auslands-Krankenversicherung und Reisedokumente. Wer versorgt die Pflanzen? Wer leert den Briefkasten? Wer informiert mich bei einem Notfall? Je rechtzeitiger alles organisiert wird, umso entspannter wird die Abreise. Man fährt mit einem guten Gefühl weg mit der Gewissheit, dass dank der guten Vorbereitung auch in der Abwesenheit kein ­Chaos ausbricht.

Durch diese Art der Vorbereitung auf Erholungszeiten kann ich nun im Urlaub richtig die Seele baumeln lassen und kehre voller Tatendrang und neuer Energie zurück in den betrieblichen Alltag.

Für heute grüßt Sie herzlich

Ihr Udo Herrmann