Das Jahr 2009 Ein Ausblick Die Krise ist da, Potenzial auch

Lange hat es gedauert, ehe sich die Erkenntnis Bahn gebrochen hatte: Nein, Deutschland wird vom globalen Donnergrollen einer sich verflüchtigenden Konjunktur des billigen Geldes nicht verschont bleiben. Trotzdem verbietet sich Schwarzmalerei.

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Die Krise ist da, Potenzial auch

Noch Mitte Oktober 2008 demonstriert der Bundesverband Deutscher Banken entschlossen Zweckoptimismus. „Angesichts des entschiedenen Handelns der Politik in der Finanzmarktkrise“, heißt es trotzig, halte man an der Wachstumsprognose von einem halben Prozent für 2009 fest. Im November ist die Zukunft schon nähergerückt, der Konjunkturbericht des Bankenverbands beklagt: „Deutschland ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, durch nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenlast bei gleichzeitiger Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Binnennachfrage ausreichend zu stärken (...). Wenn es gelingt, Konsum und Investitionen zu steigern, kann 2009 eine ,schwarze Null‘ erreicht werden.“ Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) spricht in seiner Bestandsaufnahme für 2008 von einer Zunahme beim Umsatzvolumen um viereinhalb Prozent auf 84,3 Milliarden Euro – plus neun Prozent im Wirtschaftsbau, plus sieben Prozent bei öffentlichen Maßnahmen, minus dreieinhalb Prozent im Wohnungsbau. Zwar sei der nominale Umsatzzuwachs in Relation zu Kostensteigerungen zu setzen. Eines aber darf dann doch als Hoffnungsschimmer dienen: Trotz Neubaukrise wurden nach Zahlen des Statistischen Bundesamts bis September 2008 mehr als 116.000 Wohnungen errichtet; dagegen nur knapp 17.000 Einheiten) saniert. Da ist also wahrlich Luft nach oben.

Reinhold Kober

reinhold.kober@holzmannverlag.de