Branche 2009 Die Krise als Chance

Wie sehr der bodenlegende Handwerker von der Konjunkturflaute betroffen ist, hängt davon ab, in welchen Gewässern er segelt. Während im Objektgeschäft schwierige Zeiten anbrechen dürften, ist im Endkundengeschäft Überzeugungsarbeit gefragt. Motto: Wir verkaufen Wertbeständigkeit.

Geldmangel hemmt in der Wirtschaftskrise den Umsatz. - © Archiv

Die Krise als Chance

So hält es seit jeher Betriebsinhaber Udo Herrmann, Herrmann Parkett in Bürgstadt. Der Schreinermeister, Parkettspezialist und Gewinner des roomy2007 für die beste Marketingidee im Handwerk sagt: "Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, der sollte sich nicht verrückt machen lassen. In allen Krisenzeiten erleben wir eine Hinwendung zum Sicheren, Verlässlichen, Hochwertigen, also zum Handwerk."

Bleibende Werte verkaufen

Verspricht die Geldanlage keine lohnende Rendite mehr oder ist sie zu unsicher geworden, gilt es dem Kunden aufzuzeigen, warum er mit einem edlen Holzfußboden oder Textilbelag in bleibende Werte investiert. Dazu gehört auch die Ausrichtung auf eine entsprechende Käuferschicht, die sich in Kundenansprache und Qualität niederschlägt.


Denn eines ist klar: Im volumenorientierten Objektgeschäft werden die Zeiten schwieriger. "Unternehmen unserer Branche, die eher objektorientiert arbeiten, dürften zwar mit regionalen Unterschieden, dann aber doch spürbare Auswirkungen des geänderten Investitionsverhaltens verzeichnen. Größere Neubauprojekte für gewerbliche Nutzer werden in geringerem Umfang aufgelegt werden", prognostiziert Karsten Krause, geschäftsführender Gesellschafter der K+R Unternehmensgruppe. Der Brancheninsider und Fachgruppenleiter Bodenbelag des ZVPF erwartet in der Folge eine abnehmende Fluktuation durch die weniger werdenden Umzüge in neue Büros.


Dagegen sei nicht davon auszugehen, dass bereits budgetierte Objekte, die sich in der Realisierungsphase befinden, nicht fertig gebaut und zu Investitionsruinen würden. Natürlich erschweren strukturelle Problemstellungen wie die nach der HwO-Novellierung in manchen Berufen generierte Handwerkerschwemme für Qualiätsanbieter zusätzlich die Krisenbewältigung.

Binnennachfrage schwach, Export lahmt

Ein Grundproblem, und das betrifft nicht minder Handel und herstellende Industrie, ist ferner die chronisch schwache Binnennachfrage. Nur kommt dazu im Gefolge der globalen Verwerfungen nun noch ein lahmender Export. Das von der Bundesregierung verabschiedete Konjunkturprogramm nimmt sich neben den Milliarden für die Bankenzocker nach Expertenmeinung da recht bescheiden aus.

Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Innenausstattungsbranche?Im Forum diskutiert: Was bringt 2009?