Wie lange sind Verlegewerkstoffe haltbar?

Die Rubrik "Das sagt die Anwendungstechnik" liefert künftig in unregelmäßigen Abständen Tipps, Tricks und Know-how für den Fußbodenprofi. Wir starten mit dem Thema "Wie lange sind Verlegewerkstoffe haltbar?"

Verlegewerkstoffe sind nicht unbegrenzt haltbar. Bild: Uzin - © Uzin

Bauchemische Produkte werden in der Regel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gekennzeichnet. Gängige Praxis ist es, dass der Hersteller das Produktionsdatum deklariert und auf der Verpackung angibt, wie viele Monate das Produkt verwendbar ist, zum Beispiel: Produktionsdatum 22.06.2024/MHD 12 Monate. Ein Verbrauchsdatum, welches in der Lebensmittelindustrie üblich ist, findet sich hier nicht.

Wo ist das MHD zu finden?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auf der Verpackung, häufig mittels Piktogrammen und einem Chargencode, der das Produktions- oder Haltbarkeitsdatum beinhaltet, angegeben. Zusätzliche Informationen zur Lagerung sind auf der Verpackung und in technischen Datenblättern, oft zugänglich über QR-Codes oder Links, verfügbar.

Was passiert, wenn die Lagerbedingungen nicht wie vorgegeben sind?

Lagerbedingungen haben einen elementaren Einfluss auf die Haltbarkeit. Dispersionsklebstoffe sollten idealerweise kühl (5-15 °C) gelagert werden, frei von großen Temperaturschwankungen, UV-Strahlung, übermäßigem Lichteinfall und Frost. Sie enthalten viel Wasser und sind nur bis etwa -2 °C frostbeständig, es sei denn, sie sind speziell für tiefere Temperaturen angepasst. Bei nicht optimalen Bedingungen können Klumpenbildung, Erhärtung oder Schimmel durch Verkeimung auftreten.

Dispersionsprodukte enthalten spezielle Konservierungsmittel, die sie im Herstellungsprozess vor frühzeitiger Alterung schützen und sie werden einer simulierten Alterungsprüfung unterzogen. Pulverprodukte sind empfindlicher gegenüber Luft- und Umgebungsfeuchtigkeit als gegenüber Temperatur. Ihre Lagerung sollte überdacht und regenfrei sein, da sie gegen Feuchtigkeit besonders anfällig sind. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit (>80 %) kann zu langsamerem Aushärten, Verzögerungen in der Weiterverarbeitung, Klumpenbildung und sichtbaren Oberflächenveränderungen führen. Solche Bedingungen beeinträchtigen vor allem Produkte, die später eine hohe Oberflächengüte erfordern.

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Jede Abweichung von den empfohlenen Lagerbedingungen kann zu Qualitätseinbußen bei Dispersionsklebstoffen und Pulverprodukten führen, mit spezifischen Herausforderungen für jedes Produkt hinsichtlich Feuchtigkeit und Temperatur.

Was tun, wenn die Produkte doch überlagert sind?

Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten, müssen nicht sofort entsorgt werden. Ähnlich wie bei Lebensmitteln sollte man sie prüfen, indem man sie anschaut, riecht und eventuell testet. Sind keine Auffälligkeiten feststellbar, können sie weiterverwendet werden, allerdings empfiehlt es sich, den Hersteller zu kontaktieren, der die Alterungseigenschaften seiner Produkte am besten kennt und beraten kann. Manchmal gewähren Hersteller auch spezifische Verlängerungen des MHDs. Sollten Produkte jedoch nicht mehr verwendbar sein, müssen sie gemäß den lokalen Entsorgungsvorschriften entsorgt werden.

Zusammenfassung

Das wichtigste Mittel, um unnötige Entsorgungskosten zu vermeiden, ist eine bestmögliche Dispositionsplanung, die vorgeschriebene Einhaltung der Lagerbedingungen sowie die Einhaltung des fifo-Prinzips (first in – first out).

Der Autor

Manfred Scherb, Leiter Uzin Produktmanagement.
Die Rubrik „Das sagt die Anwendungstechnik“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Uzin Utz SE.