Das ausgewogene Verhältnis aller Bestandteile einer Spachtelmasse ist sehr wichtig. Hierzu zählen nicht nur die mineralischen Bestandteile, sondern auch der richtige Wasserfaktor, welcher erst bei der Verarbeitung hinzugefügt wird. Auf die richtige Wassermenge kommt es an.

Egal ob beim Mischen von sackweise abgepackten Materialfertigmischungen oder das Mischen von Bigbag-Varianten in größeren Pumpen, der Verarbeiter hat die Verantwortung für die letzte Komponente. Die Trockenmischungen einer Spachtelmasse sind präzise, industriell erzeugte Materialkompositionen. Eine geringe Wassermenge, die dem Trockenmaterial zu viel oder zu wenig zugegeben wird, kann sich sofort in der Verarbeitung bemerkbar machen. Stimmt der rezeptiv, vom Hersteller vorgeschlagene Wasser-Zementwert nicht mehr, zeigt das Ergebnis eine Veränderung der Materialeigenschaften. Ein mangelhaftes Endergebnis kann die Folge sein.
Überwässern und Unterwässern und die Folgen
Ein deutliches Überwässern der Spachtelmasse wirkt sich negativ auf die vom Hersteller zugesagten Eigenschaften der Druck- und Biegezugfestigkeiten aus. Weiche Oberflächen und das ungleichmäßige Gefüge durch das Absinken der Zuschlagstoffe in der Spachtelmassenschicht lassen keine Verlegung des Bodenbelags zu.
Ein Unterwässern, also die Zugabe von zu wenig Wasser, führt zur Veränderung der Verlaufseigenschaften. Und es kann sich genauso wie zu viel Wasser negativ auf die Druck- und Biegezugfestigkeiten auswirken, da der rezeptiv ausgewogene Wasser-Zementwert nicht erreicht wird. Das Bindemittel bekommt unter Umständen nicht genügend Wasser, um den Hydratationsprozess abschließen zu können.
Dies verdeutlicht, wie wichtig der richtige Wasserfaktor des Anmachwassers für ein optimales Arbeitsergebnis ist. Der Alltag auf der Baustelle stellt den Bodenleger oft vor Herausforderungen in der Beschaffung oder dem Abmessen von Wasser beim Mischvorgang.
- Wenn beim Anmachvorgang verschiedene Personen involviert sind oder
- das Abmessgefäß für die richtige Wassermenge nicht ausreichende Markierungen aufweist,
kommt es häufig zu Mischfehlern. Auch eine konstante, gleichbleibende Wasserversorgung beim Mischen und Fördern mit einer Pumpe muss gegeben sein. Um eine gleichmäßige Produktqualität gewährleisten zu können. Das oft angewendete „Augenmaß“ führt zu Mischfehlern und somit zu einer nicht zufriedenstellenden Produktqualität der Spachtelmasse. Meistens ist dies erst am Folgetag nach der erreichten Begehbarkeit im Trocknungsvorgang festzustellen. Ein mühsames und zeitraubendes Abschleifen der weichen Schichten bis zum festen Korn kann die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann durch das Verwenden einer falschen Wassermenge der komplette Ausbau durch einen Fräßvorgang nötig sein.
Die richtige Wassermenge dosieren
Durch die Nutzung des vom Hersteller der Spachtelmasse empfohlenen, sauberen Wasserdosiereimers lässt sich die richtige Wassermenge dosieren. Sollten mehrere Mitarbeiter am Mischvorgang beteiligt sein, stellt das Verwenden eines Wasserdosiergeräts sicher, dass die gleichbleibende Wassermenge je Mischvorgang dem Trockenmörtel hinzugefügt wird.
Der bekannte „Schuss“ mehr Wasser beim Anmischen von Spachtelmassen kann erhebliche Auswirkungen auf das gewünschte Endergebnis der getrockneten Spachtelmasse haben. Das Nichteinhalten der Wassermengen-Empfehlung führt unter Umständen dazu, dass die vom Hersteller der Spachtelmassen zugesagten Kennwerte nicht erreicht werden. Die Einhaltung der vom Hersteller empfohlenen Wassermenge stellt einen wesentlichen Baustein in der Untergrundvorbereitung zur Verlegung von Bodenbelägen und Parkett sicher.
Die Rubrik „Das sagt die Anwendungstechnik“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Uzin Utz SE und liefert Tipps, Tricks und Know-how für den Fußbodenprofi.