Das sagt die Anwendungstechnik Möglichkeiten und Grenzen der losen Bodenverlegung

Die lose Bodenverlegung erfreut sich in der modernen Bau- und Renovierungsbranche zunehmender Beliebtheit.

lose Bodenverlegung
Besonders bei schwimmend verlegten LVT-Böden ist die systemgerechte Auswahl und korrekte Verarbeitung der Unterlage von ­entscheidender Bedeutung. Bild: Uzin - © Uzin

Grundsätzlich bezeichnet sie eine Installationsmethode, bei der Bodenbeläge oder Parkettböden ohne feste Verklebung auf dem Untergrund verlegt werden. Diese Technik ermöglicht eine einfache und schnelle Verlegung des gewünschten neuen Belags.

Vorteile der losen Bodenverlegung

  • Einfache Installation: Die lose Verlegung erfordert oft ­weniger Zeit und keine speziellen Werkzeuge, was die Installa­tionskosten senkt.
  • Flexibilität: Lose verlegte Bodenbeläge können im Falle ­einer Nutzungsänderung, partiellen Beschädigung oder Verschmutzung problemlos wieder entfernt werden.
  • Verbesserte Akustik: Viele lose verlegte Bodenbeläge ­haben eine verbesserte Schalldämmung, da eine trittschalldämmende Unterlage in Kombination mit dem Belag ­verlegt werden muss.
  • Nachhaltigkeit: Lose verlegte Systeme können durch ­ihre oft gegebene sortenreine Recyclingfähigkeit zu einer ­besseren Nachhaltigkeit beitragen.

Grenzen der losen Bodenverlegung

  • Langlebigkeit: Bei stark frequentierten Bereichen kann die lose Verlegung zu einer geringeren Stabilität führen. Dies erhöht das Risiko einer Fugenbildung, Verformung oder Beschädigung.
  • Nachhaltigkeit: Lose verlegte Fußbodensysteme benötigen einen höheren Energiebedarf als verklebte Systeme zum ­Erreichen der gewünschten Oberflächentemperatur.
  • Untergrundanforderungen: Lose verlegte Fußboden­systeme erfordern zumeist eine erhöhte Anforderung an die Ebenheit des Untergrunds
  • Resteindruckverhalten: Das Risiko von Resteindrücken von losen elastischen Bodenbelägen ist oftmals erhöht und führt bei übermäßigen Stuhlrolleneinsatz oder Bettenrollen in Krankenhäusern zu Verformungen des Belags.

Beispiel aus der Praxis: Vinyl-Clickböden

Seit mehreren Jahren gewinnen Vinyl-Clickböden, auch bekannt als LVT (Luxury Vinyl Tiles), zunehmend an Bedeutung. Besonders bei schwimmend verlegten LVT-Böden ist die systemgerechte Auswahl und korrekte Verarbeitung der Unterlage von entscheidender Bedeutung. Es gibt Belagshersteller, die den Einsatz einer Unterlage ausdrücklich ausschließen. Andere schreiben den Einsatz einer Fixierung bzw. einer „Rutschbremse“ vor, was dem Gedanken einer losen Verlegung grundsätzlich widerspricht. Einige Bodenleger sind der Meinung, dass die zusätzliche Verwendung einer Unterlage nicht schaden kann. Dies kann ­jedoch zu gravierenden Problemen führen, denn die Klick-­Verbindungen des Bodenbelags können durch den unsachgemäßen Einsatz einer ungeeigneten weichen Schaum­unterlage entriegelt werden. Die geringe Druckfestigkeit dieser Unterlage verursacht Bewegungen der Boden­belagselemente und führt zu einer Instabilität.

Unterlagen können Unebenheiten im Untergrund nur ­bedingt ausgleichen. Der Bodenbelag überbrückt anfangs Un­ebenheiten und kaschiert diese. Im Laufe der Nutzung passt sich der Bodenbelag durch seine thermoplastischen Eigenschaften den Gegebenheiten des Untergrundes an. Auch ­lose verlegte Bodenbeläge erfordern eine fachgerechte ­Untergrundvorbereitung. Die Wahl der richtigen Unterlage und deren sachgemäße Verarbeitung sind entscheidend für die Langlebigkeit und Funktionalität von LVT-Böden. Fachleute sollten sich der potenziellen Probleme bewusst sein, die aus falschen Entscheidungen resultieren können, um die Qualität und Stabilität der Boden­beläge zu gewährleisten. Dies gilt auch für die Verlegung von lose verlegten Mehrschichtelementen wie Laminat oder Parkett. Bodenleger sollten sich der Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode bewusst sein, um ihren Kunden die bestmög­liche Beratung bieten zu können.

Die Rubrik „Das sagt die Anwendungstechnik“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Uzin Utz SE und liefert Tipps, Tricks und Know-how für den Fußbodenprofi.