Seit Juni 2022 sind die EU-Sanktionen gegen Holz und Holzprodukte aus Russland in Kraft. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) warnt davor, Waren russischer Herkunft über Drittländer in den europäischen Binnenmarkt zu bringen.

Der Verband stehe uneingeschränkt hinter den Sanktionsbeschlüssen der Europäischen Union und unterstütze alle Maßnahmen, die eine konsequente Umsetzung sicherstellten, heißt es aus Berlin. „Ein konsequenter Verzicht auf russisches Holz und eine strenge staatliche Kontrolle der Lieferketten sind unerlässlich für eine nachhaltige, rechtskonforme und ethisch vertretbare Holzwirtschaft in Europa“, so GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel. Intern habe der GD Holz seine Mitgliedsunternehmen ebenso wie der Europäische Holzhandelsverband, die European Timber Trade Federation (ETTF), auf europäischer Ebene mehrfach darauf hingewiesen, ausschließlich legale Ware zu handeln und Produkte aus möglicher Sanktionsumgehung weder zu importieren noch zu vertreiben, erklärt der Verband.
Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Holzprodukte aus russischen Vormaterialien in Drittstaaten produziert werden und anschließend in den europäischen Binnenmarkt gelangen. Der ETTF hat seine Mitgliedsunternehmen gebeten, mögliche Hinweise auf Sanktionsumgehungen den jeweiligen nationalen Verbänden wie dem GD Holz zu melden. Diese Verdachtsmomente werden an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Bis Ende 2024 ist die direkte Einfuhr von Holz aus Russland nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Ein Interview mit GD Holz-Geschäftsführer Thomas Goebel bringen wir in der Oktober-Ausgabe der bwd.