Zwischen der Sockelleiste und dem neu eingebauten Zementestrich bildet sich eine Fuge. Ist dies zulässig oder stellt dies einen Mangel dar?
Expertin Martina Schott: Zement quillt mit Feuchtigkeitsaufnahme und schwindet mit Feuchtigkeitsabgabe. Während der Trocknung eines Zementestrichs befindet sich im Querschnitt des Estrichs eine unterschiedliche Feuchteverteilung. An der Oberfläche ist der Estrich trockener als an der Unterseite. Dadurch hat der Estrich an Ober- und Unterseite eine unterschiedlich große Oberfläche – oben kleiner als unten.
Somit entsteht das „Schüsseln“ des Estrichs. Die Randzone wölbt sich mehrere Millimeter nach oben. Wird der Estrich nach dem Ermitteln der Belegreife mit einem Bodenbelag belegt, wird das Entweichen der Feuchtigkeit durch die Oberfläche des Estrichs behindert. Nun verteilt sich die Feuchtigkeit wieder gleichmäßig im gesamten Querschnitt des Estrichs. Die Aufwölbung legt sich, die Randzonen senken sich ab. Werden die Sockelleisten vor dem Absenken des Estrichs angebracht, bildet sich zwischen Sockelleiste und Bodenbelag ein Spalt, der mehrere Millimeter betragen kann.
Ein kleiner Spalt ist nicht gleich ein Mangel
Ein Spalt zwischen Bodenbelag und Sockelleisten stellt keinen Mangel dar, solange sich die Breite des Spaltes im Bereich von bis zu 6 mm bewegt. Sollte der Spalt breiter sein, oder der Grund des Spaltes nicht an der Estrichsenkung liegen, ist dies individuell zu bewerten.
