Matthias „Matt“ Schmidt ist vor 13 Jahren nach Australien ausgewandert und führt dort heute einen Parkettlegebetrieb. Nun will er junge und gut ausgebildete Parkettleger und Parkettlegerinnen motivieren, nach der Ausbildung ein Jahr in Australien zu verbringen.

Der gebürtige Potsdamer Matt Schmidt hat das Parkettlegerhandwerk 1995 gelernt und von 2001 an sein eigenes Unternehmen in Potsdam geführt – dann kam Australien. Auch down under hat er wieder eine Fußbodenverlegefirma namens MX walk-on gegründet. Die ist in Avalon Beach nördlich von Sydneys Innenstadt angesiedelt; eine weitere Niederlassung im nahen Byron Bay ist geplant.
„Handwerk hat hier wirklich goldenen Boden, Handwerker werden geschätzt und fair bezahlt“, erklärt der Parkettleger. Allerdings sei es schwierig, gute Arbeitskräfte zu finden. Mit Deutschland verbundene Tugenden wie Fleiß und Pünktlichkeit würden in Australien geschätzt, sagt Matt. Darum möchte er junge Fachkräfte für ein Jahr mit Working Holiday Visum zu sich holen. Wir sprachen mit ihm über seine Idee.
bwd Matt, welchen beruflichen Hintergrund haben Sie?
Matt Schmidt: Ich habe von der Pike auf Parkettleger gelernt. Danach habe ich lange überlegt, was ich mache und bin kurzzeitig nach Spanien ausgewandert. Dann kam ich zurück und bin nach Potsdam gezogen und habe das Unternehmen „Stadtparkett“ von dort aus aufgebaut, das schnell sehr gut lief. Angestellte, Autos, viele Aufträge, das ganze Programm. Und sehr stressig. Nach zwölf Jahren habe ich allerdings mit mir gehadert, ob es das nun gewesen sein kann.
Meine Tochter hat damals in Australien gelebt, dort haben wir sie 2008 besucht. Die ganze Zeit war ich nur am Telefon mit Berlin, ich bin stundenlang am Stand gestanden und habe mit der Baustelle telefoniert. Dabei habe ich die Skyline von Sydney und den Sydney Harbour gesehen und war geflasht. Auf dem Weg zurück haben wir uns überlegt: Wollen wir es hier gemeinsam wagen? Schließlich haben wir alles in Potsdam verkauft und kamen hierher. Das war ein harter Weg, der sich am Ende gelohnt hat. Zurückblickend war es die beste Entscheidung des Lebens, aber so habe ich das am Anfang nicht gesehen. Damals war ich 39, inzwischen bin ich seit 13 Jahren hier, mit heute 52.
bwd Kamen Sie schnell zurecht, auch mit der Sprache?
Matt Schmidt: Englisch konnte ich damals nicht gut. In die Sprache habe ich mich voll reingekniet und am Ende auch die erforderlichen IELTS-Sprachtests bestanden. Das gehört dazu, wenn du hierbleiben möchtest. In Australien ist vieles anders. Hier kündigen zum Beispiel Leute ihre Jobs schneller, machen etwas anderes, wechseln ihre Häuser, kaufen und verkaufen sie, die Fluktuation ist allgemein sehr groß.
bwd Sie sind damals mit Ihrem Können und Ihren Talenten auf ein Umfeld getroffen, das Sie rasch hat erfolgreich werden lassen. Wie ist das: Gibt es dort denn keine Parkettleger?
Matt Schmidt: Es gibt sehr viele Fußbodenbetriebe. Das sind oft Australier, aber auch Engländer, Südamerikaner, Chinesen. Wenn es um High Performance-Objekte geht, also die höhere Klasse, wird es umso wichtiger, mit den Handwerkern kommunizieren zu können. Da geht es auch um Effizienz, Verlässlichkeit, Präzision, und da haben die Deutschen einen guten Ruf. Wer etwas auf sich hält, fährt hier zum Beispiel auch ein deutsches Auto. Handwerk wird hier sehr gelobt und sehr geschätzt. Und es wird weniger genörgelt, muss ich sagen.
bwd Wie sieht es mit den Aufträgen aus? Wie kommen Sie an die?
Matt Schmidt: Hier ist es bei der Akquise so, dass Sie bei großen Baufirmen, bei Architekten und Designern vorsprechen. Dann das Übliche, die Angebotserstellung mit allen Kosten. Wenn Sie den Arbeitsauftrag bekommen haben, arbeiten Sie den ab. Und dann den nächsten. Wenn es darum geht, möglichst viele Quadratmeter in einer Zeit zu verlegen, kann schon mal die Qualität leiden. Wir arbeiten so, dass nicht die Geschwindigkeit im Mittelpunkt steht, sondern ganz klar die Qualität, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Mit Working Holiday Visum in Australien Parkett verlegen
bwd Sie möchten junge und bereits ausgebildete Parkettleger und Parkettlegerinnen nach erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung dazu bringen, für einige Monate in Australien bei Ihnen zu arbeiten und danach das Land kennenzulernen. Wenn die jungen Menschen ihre Arbeit gemacht haben, sind die aber wieder weg und Sie müssen wieder von vorn suchen.
Matt Schmidt: Wer zwischen 18 und 30 ist, kann mit einem Working Holiday Visum hierherkommen. Die können ein halbes Jahr hier arbeiten und ein halbes Jahr das Land erkunden, aber auch ein Jahr hier arbeiten und danach noch um ein Jahr verlängern. Dazwischen muss allerdings eine Karenzzeit von drei Monaten liegen, wo sie zum Beispiel auf einer Farm arbeiten.
bwd Was sind die zentralen Unterschiede zwischen Deutschland und Australien, wenn wir über Parkett sprechen? Gibt es die gleichen Verlegemuster, Arbeitsschritte, Werkzeuge etc.?
Wir arbeiten viel mit europäischen Produkten, beim Verkleben und bei der Oberfläche. Da wissen wir, dass alles funktioniert und passt.
Matt Schmidt
Matt Schmidt: Es ist wie Schwarz und Weiß. Hier ist das alles etwas rudimentär. Ich habe mir am Anfang nicht nur Freunde gemacht, als ich das mit der deutschen Brille gesehen habe. Manchmal dachte ich: Kann doch alles nicht wahr sein. Das hat sich längst geändert. Europäische Eiche, 1-Stab Parkett, das ist ein großes Thema. Australische Harthölzer sind richtig hart und entsprechend schwer. Es macht aber viel Spaß, damit zu arbeiten, das sind tolle und langlebige Hölzer.
Wir machen alles, was Parkett ist, französische Parkette, Versailles-Parkett, Tafelparkett, solid timber in allen möglichen Breiten. Wir arbeiten viel mit europäischen Produkten, beim Verkleben und bei der Oberfläche. Da wissen wir, dass alles funktioniert und passt. Werkzeuge und Maschinen sind allerdings schwer zu finden, die bringe ich immer mit, wenn ich in Deutschland bin. Was ein großes Thema ist: Sicherheit. Darauf wird extrem viel Wert gelegt und auch scharf kontrolliert. Ansonsten ist die Arbeit schön und abwechslungsreich, die Sonne scheint fast immer und der Strand ist nicht weit.
bwd Wie sieht die Kundschaft aus?
Matt Schmidt: Wir haben ganz überwiegend Privatkunden und leichte kommerzielle Projekte wie Restaurants oder Wohnungseinheiten. Und stehen dabei in engem Kontakt zu Bauherren und Architekten. Kommunikation ist sehr wichtig.
Australien: erst Parkett verlegen, dann reisen
bwd Was sagen Sie der jungen Fachkraft, die überlegt, für einige Zeit zu Ihnen zu kommen?
Matt Schmidt: Hier kann man eine ganz andere, spannende Welt kennenlernen und man kann sein frisch erlerntes Wissen umsetzten. Der Verdienst ist sehr gut und ebenso die Arbeitsbedingungen. Nach einem halben Jahr Arbeit hat man Zeit, das Land noch sechs Monate zu bereisen und das ersparte Geld kann man gleich dazu nutzen. Ich kann hier motivierten jungen Leuten jede Hilfestellung geben, bei mir in der Firma zu arbeiten, um einen guten Start in Australien zu haben. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Wer unter 30 Jahre alt ist und Neugier und Abenteuerlust mitbringt, hat mit einem Working Holiday Visum sicherlich die richtige Wahl getroffen. Der Start in ein langes Berufsleben in Deutschland wird so mit neuen Erfahrungen und Erlebnissen bereichert.
Wer sich auf den Weg zu uns macht, der kann auf mich, kann auf uns bauen. Auf unserer Homepage https://walk-on.com.au/ haben wir einen kleinen Überblick geschaffen, da ist auch ein Kontaktformular. Was noch? In Australien sitzen Jung und Alt im Pub zusammen, das ist wie eine große Familie. Und hier wird Geld verdient, um Geld auszugeben.
Working Holiday Visum
- Voraussetzungen: Für Personen zwischen 18 und 30 Jahre (in einigen Fällen auch 35 Jahre) alt und Inhaber eines Reisepasses eines Landes oder einer Region, die an Australiens Working-Holiday-Maker-Programm teilnimmt.
- Dauer: 12 Monate
- Nähere Informationen: Working-Holiday-Visum
Kontakt zu Matt Schmidt:
- E-Mail: mx@walk-on.com.au
- Website: https://walk-on.com.au/