Initiative „Schnittstelle Fußboden“ Technische Informationen zu Zementestrichen

Zementestriche werden seit Jahrzehnten als Unterboden für Parkett- und Bodenbelagsarbeiten genutzt. Bei fachgerechtem Einbau sind sie als Unterboden aufgrund ihrer technischen Eigenschaften sehr gut geeignet.

Zementestriche werden aus einer Mischung von Sand, Zement, Zusatzmitteln und Wasser vor Ort gemischt und dann als Nassestriche in die Bauvorhaben gepumpt, auf Höhe eingebracht und geglättet. Nach dem Einbringen des Estrichs trocknet die Oberseite schneller als die auf der Dämmung liegende Unterseite. Wie schnell die Trocknung erfolgt, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit, der Estrichzusammensetzung und von evtl. vorhandener, eigentlich nicht zulässiger Zugluft an der Baustelle ab.

Durch die schnellere Trocknung der Oberseite des Estrichs verliert diese mehr Wasser als die Unterseite. Und wo etwas aus einem Baustoff heraus geht, wird dieser kleiner. Das Feuchtegefälle innerhalb des Estrichs hat die Folge, dass der Estrich im oberen Bereich mehr Volumen verliert, sich an der Oberseite zusammenzieht und deshalb an den Rändern aufschüsselt.

Diese Schlüsselung im Randbereich beträgt bei einem üblichen Zementestrich nur wenige Millimeter (in der Literatur werden maximal 6 mm beschrieben) und ist für einen Parkett- und Bodenleger weder bei der Untergrundprüfung noch bei der Verlegung seines Oberbodens erkennbar.

Auch nachdem der Estrich mit Bodenbelag belegt ist, verliert der Estrich weiterhin Feuchtigkeit, bis seine Ausgleichsfeuchte erreicht ist. Dieser Vorgang kann bis zu anderthalb Jahren dauern. Eine Folge davon ist auch, dass sich der Feuchtegehalt von unten nach oben über den Estrichquerschnitt angleicht, sodass sich auch die eingetretene Schüsselung zurückbildet und sich die Randbereiche der Estrichplatte senken.

Das kann wiederum zur Folge haben, dass

  • sich zu den Fußleisten Fugen bilden,
  • Randverfugungen abreißen oder
  • sich Bodenbeläge im Randbereich lösen.

Diese negativen Erscheinungsbilder werden durch die materialspezifischen Eigenschaften des Zementestriches hervorgerufen und können selbst bei sorgfältigster Prüfung und Arbeitsausführung durch den Parkett- und Bodenleger nicht verhindert werden.