Estrich Worin besteht der Unterschied zwischen Schein- und Bewegungsfugen?

Bei Estrichkonstruktionen herrscht oftmals Unklarheit, worin genau der Unterschied zwischen Scheinfugen und Bewegungsfugen besteht. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied, den der Experte Thomas Allmendinger erklärt.

Thomas Allmendinger
Thomas Allmendinger. - © bwd

Experte Thomas Allmendinger: Scheinfugen sind eine wichtige Komponente in Estrichkonstruktionen, die gezielt eingesetzt werden, um die Entstehung von Rissen an vordefinierten Stellen zu ermöglichen oder sogar zu fördern. Ihr Hauptzweck liegt darin, die Spannungen, die durch Schwindprozesse entstehen, auf kontrollierte Weise abzubauen. Sobald die Estrichkonstruktion die Belegreife erreicht hat, haben Scheinfugen ihren Dienst erfüllt und müssen vor der weiteren Bodenbelagsverlegung kraftschlüssig verschlossen werden.

Bewegungsfugen dienen im Gegensatz dazu, die durch thermische Längenänderungen oder andere Ursachen entstehenden Bewegungen innerhalb der Estrichkonstruktion dauerhaft zu absorbieren. Sie sind wesentlich, um Rissbildungen in größeren Estrichflächen zu verhindern. Die Anordnung von Bewegungsfugen ist Aufgabe der Fachplanung. Bewegungsfugen dürfen im Gegensatz zu Schein­fugen nicht kraftschlüssig geschlossen werden.