Der interessante Schadensfall Fußleisten: Auf diese fünf Punkte kommt es an

Bei der Frage, ob eine Fußleiste korrekt angebracht ist, geht es um die nur bedingt objektive Einschätzung eines Erscheinungsbildes im Spannungsfeld der Begriffe Bagatelle, handwerkliche Sorgfalt, Gesamteindruck, übliche Beschaffenheit und Nutzungszweck.

Fußleisten
Zwischen Parkettoberfläche und Leiste zeigte sich ein deutlicher Spalt. - © bwd

Oft sind Einschätzungen eines optischen Erscheinungsbildes nur bedingt objektiv im Spannungsfeld der Begriffe Bagatelle, handwerkliche Sorgfalt, Gesamteindruck, übliche Beschaffenheit und Nutzungszweck. Der Bauherr hatte gerügt, dass die Fußleisten des Parkettfußbodens in seinem neuen Wohnhaus nicht so angebracht seien, wie er es erwartet hatte, und darüber hinaus deren Verarbeitung nicht den Regeln des Fachs entsprechen würde.

Wie immer in solchen Fällen konnte der ausführende Handwerker die Empfindlichkeiten seines Auftraggebers nicht verstehen, so dass ein Gutachter seine Sicht der Dinge zur Fußleistenverarbeitung darlegen sollte. An dessen Ausführungen wolle man sich halten.

Schadensbild: misslungene Gehrungen

Der Eichendielenboden war in Wohn- und Schlafzimmer auf vorhandenem Altestrich verlegt und anschließend mit weißbeschichteten bzw. massiven Leisten umrahmt worden. Gegen die reinen Verlegearbeiten hatte der Bauherr nichts einzuwenden, umso mehr jedoch gegen die Verarbeitung der Fußleisten: Ihm gefielen einzelne Gehrungen nicht und auch die entstandene Fuge zwischen Randleiste und Fußboden war ihm ein Dorn im Auge. Man einigte sich auf einen Gutachter, der noch vor Ort mit einer mündlichen Einschätzung ein schnelles Ergebnis herbeiführen sollte. Nachbesserungen bzw. Wertminderungen oder andere Lösungen waren dabei ins Kalkül zu ziehen. Letztendlich ging es auch um die bisher einbehaltene Restzahlung.

Die Gegebenheiten waren eindeutig: Einige Gehrungen im Wohnzimmer waren misslungen, die Fehlschnitte jedoch mit Dichtungsmasse kaschiert (Bild 3 und 4). Dabei waren sie recht deutlich schon beim Betreten des Raumes zwischen vorhandenen Einbaumöbeln erkennbar. Im Schlafzimmer gab es Bereiche, in denen die Spalten zwischen Oberfläche des Parketts und umlaufender Leiste aufgrund von Unebenheiten im Unterboden ca. vier bis fünf Millimeter pro Meter breit waren, allerdings kaum sichtbar (Bild 1 und 2), weil sie fern von der Eingangstür im Eckbereich versteckt vorlagen.