Unterlagsbahnen beeinflussen maßgeblich das Komforterlebnis und die Lebensdauer von schwimmend verlegten Parkett- oder Laminatfußböden. Der Beitrag informiert über die wichtigsten Funktionen und Leistungsmerkmale.
Aufs darunter kommt es an
Als Nebenprodukt oder notwendiges Übel für einen schwimmend verlegten Bodenbelag häufig ohne intensive Beratung verkauft, fristen Unterlagsbahnen teilweise ein trauriges Dasein. Dabei wird man den vielfältigen Funktionen, Materialien und Auswirkungen dieser Produktfamilie in keiner Weise gerecht und vergisst: Die nach der Verlegung unsichtbaren Unterlagsbahnen entscheiden maßgeblich nicht nur über die Lebensdauer des Belags, sondern auch darüber, ob der neue Bodenbelag als behaglich und komfortabel erlebt wird oder als ungemütlich laut und störend.
Um aus dem großen Angebot von Parkett- und Laminatunterlagen die richtige Wahl zu treffen, muss zunächst Klarheit über die Funktionen bestehen, die eine Unterlagsbahn leisten soll. Erst anschließend kann geklärt werden, welche akustischen und weiteren physikalischen Anforderungen umgesetzt sein müssen, um diese Funktionen zu erfüllen.
Eine der zentralen Funktionen der Unterlagsbahn wird in der Minderung des Trittschalls gesehen, eines Phänomens, das nicht erst durch die schwimmende Verlegung von Hartbodenbelägen seine Bedeutung erhalten hat. Im Gegenteil. Im Vergleich zu fest verklebten Bodenbelägen besteht bei dem schwimmend verlegten Parkett oder Laminat kein kraftschlüssiger Verbund mit dem Unterboden, die Oberbodenschicht ist also mechanisch entkoppelt.
Funktion Trittschallminderung
Bezeichnet als Trittschall wird der Impuls, den eine Person beim Durchschreiten eines Raumes auf den Oberboden leitet. Dass dieser Impuls sowohl vom Schuhwerk als auch von Gewicht und Gangart der Person in seiner Intensität abhängig ist, versteht sich von selbst. Dabei wird der Trittschall über Untergrund, Bodendecke, Flanken und Wände an die gesamte Gebäudestruktur als so genannter Körperschall übertragen. Die Trittschallminderung ist damit in erster Linie im Geschosswohnungsbau sowie in gewerblichen Objekten von Bedeutung, um den Anforderungen des Geräuschemissionsschutzes benachbarter Räume zu genügen. Hier haben sich die feinporigen Polysterolschäume XPS besonders bewährt, beispielsweise von Proline Systems.
Größere Bedeutung kommt häufig zeitgemäßen Unterlagsbahnen bei der Verbesserung des Gehschalls zu, wobei diese Funktion genau dort greift, wo schwimmend verlegte Holzbodenbeläge typischerweise ihre Schwachstelle haben.
Funktion Gehschallminimierung
Gehschall, auch Raumschall genannt, entsteht, sobald die Bodenoberfläche durch einen Impuls zu Schwingungen angeregt wird und breitet sich in Form von Luftschall genau in dem Raum aus, in dem sich die Geräuschquelle befindet. Gehschall wird also von den Personen, die ihn selbst erzeugen oder sich im gleichen Raum befinden, wahrgenommen. Damit entscheidet die Reduzierung des Gehschalls über Behaglichkeit, Entspannung und Komfort. Anderenfalls werden die Bewohner durch jeden Schritt und jeden zu Boden fallenden Gegenstand unnötig starkem Stress ausgesetzt.
Weil Gehschall direkt an der Fläche des Oberbodens entsteht, die ihre Schwingung direkt an die Luft des umgebenden Raumes überträgt, trifft er auch auf die Wand-, Decken- und Bodenflächen auf und tritt dort als Körperschall in die Gebäudestruktur ein und wird an benachbarte Räume weitergeleitet.
Beide Auswirkungen unterstreichen die Notwendigkeit, bei der Auswahl einer Parkett- und Laminatunterlage an ihre Funktion, den Gehschall zu verbessern, besonders hohe Ansprüche zu stellen, wie sie beispielsweise Unterlagsbahnen auf Basis von Polyurethan leisten.
Wärmedämmung contra Fußbodenheizung
Ob ein Bodenbelag behaglich fußwarm oder eher unangenehm kalt empfunden wird, ist weniger eine Folge der Isolationswirkung der Unterlagsbahn, sondern der Oberfläche des Bodenbelags. Nur wenn eine thermische Isolationswirkung zum Untergrund erforderlich ist, macht ein hoher Wärmedurchlasswiderstand Sinn. Dabei ist zu beachten, dass sich bei einem mehrschichtigen Aufbau, also Estrich, Dampfsperrfolie, Dämmunterage und Oberbodenbelag, die Wärmedurchlasswiderstände der einzelnen Schichten addieren. Denn die Eignung für eine Fußbodenheizung erfordert das genaue Gegenteil der Wärmedämmung. Das bedeutet, je höher diese ausgeprägt ist, desto schlechter eignet sich die Unterlagsbahn für eine Fußbodenheizung. In der Kombination mit dieser Heizungsart bieten sich Unterlagsbahnen aus Polyurethanschäumen an. Hochgradige Wärmedämmung und eine hervorragende Eignung für Fußbodenheizungen schließen einander aus.
Funktion Feuchteschutz
Eine 100-prozentige Feuchtigkeitssperre existiert bei Parkett- und Laminatunterlagen nicht. Alle Produkte und Materialien setzen der Diffusion von Wassermolekülen einen mehr oder minder großen Widerstand entgegen, der im Bereich einer Dampfbremse bzw. einer Dampfsperre liegt. Spezielle Aqua-Stop-Unterlagen bietet beispielsweise auch das Prolinesortiment.
Funktion Druckstabilität
Jede Parkett- und Laminatunterlage sollte ein Mindestmaß an Druckstabilität besitzen, um bei Punkt- und Flächenbelastungen nicht zu stark nachzugeben und den Oberbelag zu schützen. Je weicher und dicker die Unterlage ist und je höher der Druck auf den Oberboden wirkt, desto größer ist die Gefahr, dass dieser an seinen empfindlichen Stellen wie den Nut- und Federverbindungen Schaden erleidet. Diese Gefahr steigt bei dünnen Oberbelägen, vor allem bei den aktuell so beliebten, praktisch leimfreien Klicksystemen nochmals an. Schafft es die Unterlage nicht, diesen auf den Boden wirkenden Kräften ausreichende Widerstandskraft entgegenzu setzen, werden Schäden am Oberboden auftreten.
Die Lebensdauer der Unterlagsbahnen nimmt in der Reihe der Funktionen eine bedeutende Rolle ein. Selbstverständlich kann auch eine Parkett- oder Laminatunterlage keine unendliche Lebensdauer haben.
Tests haben jedoch ergeben, dass Unterlagsbahnen geringer Qualität bei durchschnittlichen Flächenbelastungen schon nach einigen Tagen oder sogar Stunden ihre Feder- und Dämpfungseigenschaften verlieren können.
Bedeutung der Lebensdauer
Dies lässt sich deutlich erkennen, wenn beispielsweise von einer 3 mm dicken Dämmschicht nach Belastung nur noch ein Bruchteil der Materialstärke übrig bleibt. Mit dieser Materialstauchung verändern sich alle ursprünglichen akustischen, thermischen und sonstigen Funktionen, so dass die Unterlagsbahn die von ihr erwarteten Dämmeigenschaften nur noch partiell oder gar nicht mehr erfüllt.
Zwar bewegen sich qualitativ hochwertige Unterlagsbahnen (wie beispielsweise Probase Profi) durch Materialeinsatz und Fertigungstechnologien in höheren Preislagen, doch machen sich diese Kosten auf Dauer bezahlt. Denn die teuerste Unterlagsbahn ist diejenige, die den ihr zugedachten Zweck nicht (mehr) erfüllt. -
