Tilo Schrattenecker, der bekannte Holzverarbeiter aus dem Innviertel, entrümpelt nach dem überraschenden Tod von Franz Schrattenecker nun sein breites Produktsortiment. Damit geht auch der Abbau von Mitarbeitern einher.
Nach Sanierung nur noch Naturböden
Die Konzentration wird in Zukunft voll auf den Naturholzböden liegen. Mit der Straffung der Produktion ist auch ein Mitarbeiterabbau verbunden. 55 Personen, das sind rund 15 Prozent der Belegschaft, müssen das Unternehmen verlassen.
Vor kurzem wurde die Belegschaft in einer Betriebsversammlung von der strategischen Entscheidung informiert. Mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Bau-Holz wurde bereits über einen sozial möglichst verträglichen Personalabbau verhandelt.
Aus für Leisten-Vielfalt
Tilo wird künftig nur noch Naturholzböden und die dazugehörigen Sockelleisten erzeugen. Das übrige, reichhaltige Leistensortiment wird aufgrund hoher Kosten und heftigen Preiskampfes eingestellt. Es gab bis zu 2.500 verschiedene Artikel, die aufgrund geringer Losgrößen nur teuer zu erzeugen waren. Der Bauchladen war historisch gewachsen. Tilo hat in den vergangenen Jahren aber aufgrund krisenbedingter Absatzrückgänge rote Zahlen geschrieben. Mit der Umstrukturierung und aufgrund der aktuell sehr guten Nachfrage nach Böden sollten heuer wieder schwarze Zahlen gelingen, sagt Geschäftsführer Uwe Deisenhammer den Oberösterreichischen Nachrichten.
Umsatz soll um fünf Millionen wachsen
Der Umsatz soll heuer von 45 auf 50 Millionen Euro steigen; das wäre noch immer weniger als in der Hochkonjunktur 2007. Deisenhammer leitet das künftig noch 300 Mitarbeiter zählende Unternehmen interimistisch mit dem Architekten Bernhard Schrattenecker. Das Duo ist nach dem überraschenden Tod von Firmenchef Franz Schrattenecker Ende 2010 eingesprungen. Noch heuer wird es die Führung an eine neue Geschäftsführung übergeben. Er werde sich wieder auf seine Funktion in der Eigentümerstiftung zurückziehen, sagt Deisenhammer.
Trotz des Provisoriums sei die Entscheidung über den Umbau sofort zu treffen gewesen: "Die Zeit war einfach reif dafür." Die Kompetenz bei Böden zu nutzen und alle Kräfte darauf zu konzentrieren, sei in jedem Falle richtig.
Neue Boden-Mode
Die Innviertler genießen bei Holzböden international einen sehr guten Ruf. Diese Stärke soll noch ausgebaut werden. "Der Bodenmarkt wird sehr modisch und kurzlebig, mit vielen Ausprägungen und Designvarianten. Wir haben dafür gute Leute mit Design-Feeling", sagt Deisenhammer.
Quelle: Oberösterreichische Nachrichten