Mein Standpunkt - Der Bayernmetropole unüberhörbarer Ruf"> Mein Standpunkt Der Bayernmetropole unüberhörbarer Ruf

Wenn man alle zwei Jahre die Messehallen von München betritt, weiß man zunächst kaum, wo man den Fuß hinsetzen soll, so überlaufen sind die Gänge. Wahre Besucherströme drängen sich vorwärts, die Atmosphäre gleicht der einer Festtagsveranstaltung, man trifft unendlich viele Bekannte, die sich in bester Laune präsentieren. Alles findet inmitten einer bajuwarischen Geräuschkulisse statt, die zwar stimmgewaltig, aber nicht minder herzlich ist. München spielte seine Stärken aus. Eine ähnliche Messe dürfte es im Bauwesen nicht ein zweites Mal geben. Dieser Anspruch gilt mittlerweile wohl weltweit, auch deshalb, weil die Internationalität längst nicht mehr herbeigeredet wird, sondern Realität ist. Da ist man, ob man will oder nicht, wieder beim Vergleich zur Konkurrenzmesse Domotex, die nahezu zeitgleich stattfindet, gewollt oder nicht.

Während in früheren Jahren Hannover uneingeschränktes Hauptziel des ausländischen Publikums war und alle zwei Jahre ein weiterer Messetag im Süden angehängt wurde, scheint sich die Gewichtung der Besucher aus fernen Ländern zugunsten der Bayernmetropole zu wandeln. Zumindest bis zum Donnerstag tummelten sich niemals in dieser Zahl wahrgenommene Gäste auf den Ständen, auf denen die in früheren Zeiten unnötigen Exportabteilungen regen Zulauf verbuchten. Die nationale Komponente stimmt eh. Handel, Handwerk (!), Bauträger, Architekten, ausschreibende Stellen waren vor Ort, nicht nur durch den Chef repräsentiert, sondern auch durch die gesamte Garde der mitentscheidenden Angestellten. Wobei allerdings bei manchen Tütenträgern der Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen war, dass er zu keiner der beiden Gruppierungen gehörte.

Dass Messen auch in Zeiten des Internets, der Websites und grenzenlosen medialen Präsentationsmöglichkeiten immer noch ihre Berechtigung haben, zeigte sich eindrucksvoll. Mit den Menschen persönlich zu sprechen, mit denen man übers Jahr seine Geschäfte macht, bleibt alternativlos. Das gilt auch unabhängig davon, dass viele Hersteller ihre Produktneuheiten schon im Vorfeld der Messen präsentieren und im Januar eher das erste Echo einholen. Und es gilt auch unter Einschränkung, dass einige der Branchengrößen wie Meister oder Parador aufgrund anderer Veranstaltungskonzepte fern blieben.