Für das Projekt Net-Works, bei dem ausrangierte Fischernetze zur Herstellung von Teppichfliesen verwendet werden, hat Interface den Kyocera-Umweltpreis erhalten.
Interface, Hersteller von modularen Bodenbelägen, hat am vergangenen Donnerstag den Kyocera-Umweltpreis in der Kategorie „Biodiversität, Natur- und Gewässerschutz“ erhalten. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer übergab die mit 25.000 Euro Preisgeld dotierte Auszeichnung im Rahmen des von Fraunhofer IAO initiierten Zukunftsforums in Stuttgart. Interface erhält den Preis für sein Projekt Net-Works, das Jurymitglied Jörg Dürr-Pucher, Generalbevollmächtigter der Deutschen Umwelthilfe, in seiner Laudatio als herausragende Initiative würdigte. Die innovative Kooperation Net-Works wurde gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Zoological Society of London (ZSL), dem Garnlieferanten Aquafil und der NGO Project Seahorse Foundation ins Leben gerufen, um dem wachsenden Umweltproblem alter ausrangierter Fischernetze in einigen der weltweit ärmsten Küstenregionen zu begegnen. Die Jury überzeugte vor allem die soziale, ökologische und wirtschaftliche Tragfähigkeit von Net-Works.
Bisher 22,5 Tonnen alte Netze gesammelt
Ziel der Net-Works-Partnerschaft ist es, eine auf der örtlichen Gemeinschaft basierende Lieferkette für ausrangierte Fischernetze aufzubauen. So sollen die Lebensbedingungen lokaler Fischer verbessert werden, gleichzeitig erschließt sich Interface eine innovative Quelle für Recyclingmaterialen zur Herstellung von Teppichfliesen. Ausrangierte Fischernetze richten großen Schaden für die Umwelt an, da sie für Jahrhunderte im Meer oder an Stränden verbleiben können. Gleichzeitig ist das Nylon der Fischernetze das gleiche Material, das für die Produktion von Teppichgarn verwendet wird.
„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung. Mit dem Preisgeld werden wir die Arbeit der ZSL unterstützen, um das Programm Net-Works in der Stadtgemeinde Guiuan auf den Philippinen aufzubauen, die der Taifun Hayan fast komplett zerstört hat. Net-Works kann hier einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen dort wieder auf eigenen Beinen stehen können“, erläutert Laura Cremer, Sustainability Manager Europe. Bis heute wurden auf den Philippinen 22,5 Tonnen alte Netze gesammelt.