Nach einer anfänglichen Verzögerung hat René Benko, Gründer der Signa Unternehmensgruppe, nun die angeschlagene österreichische Möbelkette Kika/Leiner gekauft.

Gemeldet hatte die Einigung die Anwaltskanzlei Wolf Theiss am 21. Juni 2018. Übertragen werden soll das operative Geschäft zu einem symbolischen Euro. Signa verpflichtet sich jedoch, einen hochstelligen Millionenbetrag einzuschießen. Geplant sei ein „umfassendes Sanierungs- und Zukunftskonzept“, das auch Standortschließungen mitsichziehen könnte. Eigentlich sollte der Verkauf an René Benko und seine Signa-Gruppe bereits früher besiegelt werden, doch die Verhandlungen seien zäh gewesen.
Kika/Leiner muss Vertrauen zurückgewinnen
Bereits vor fünf Jahren wurden mit der Übernahme von Kika/Leiner durch die südafrikanische Steinhoff-Gruppe die Karten am österreichischen Möbelmarkt neu gemischt. Zuletzt gingen die Umsätze des Möbelhändlers aber immer weiter zurück. Geschäftsführer Gunnar George betont gegenüber der "Presse", dass das Vertrauen der Kunden erst zurückgewonnen werden müsse.
Das sieht auch Mag. Christian Wimmer, Geschäftsführer von Service&More so: "Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, in welche Richtung es weiter geht und was das für den Möbelhandel in Österreich bedeutet. " Er wünsche sich auch, dass bald wieder Ruhe am Markt einkehrt. Wimmer spricht für die 147 Möbelfachhändler der "GARANT Austria " und die 129 Raumausstatter der "WOHNUNION": "Ein instabiler Markt nützt niemandem. Bei unseren Partnern fragen bereits verunsicherte Konsumenten nach, ob ihre Anzahlung auch wirklich gut aufgehoben ist. Das Vertrauen der Kunden ist aber für alle Marktteilnehmer enorm wichtig – unabhängig davon, ob es sich um ein heimisches Familienunternehmen oder einen internationalen Konzern handelt.“
Wie wird das Preissegment aussehen?
Für Wimmer ist daher eine rasche und vernünftige Lösung wichtig: "Es ist nicht sinnvoll, wenn ein Marktteilnehmer einfach vom Markt verschwindet und es keinen neuen Kontrapunkt zu Bestehendem gibt. Es wäre daher wichtig, dass der Großteil der Kika/Leiner-Standorte als Möbelhäuser erhalten blieben. "Professioneller, gesunder Wettbewerb tut uns allen gut. Die jeweiligen Lieferanten bemühen sich, die Möbelhändler selbst ebenso und die Kunden profitieren von dem breiteren Angebot.“
Spannend bleibt für Wimmer auch, wie sich Kika/Leiner positionieren und welches Preissegment besetzt werde: "Wir gehen jedenfalls von einem positiven Fortführungsszenario aus, in dem keine Abmachungen im Hintergrund getroffen werden." Denn diese würden nur weitere Unruhe im Markt stiften und den fairen Wettbewerb beeinflussen.