Die Ergebnisse der Baumarkt-Strukturuntersuchung 2014 der Gemaba stehen ganz im Zeichen der laufenden Insolvenz des Praktiker-Konzerns. Insgesamt sind rund 320 Märkte der Marken Praktiker, Max Bahr und Extra Bau & Hobby betroffen.
Die Ergebnisse der Baumarkt-Strukturuntersuchung 2014 der Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (Gemaba) stehen ganz im Zeichen der laufenden Insolvenz des Praktiker-Konzerns, von der insgesamt rund 320 Märkte der Marken Praktiker, Max Bahr und Extra Bau & Hobby betroffen sind.
Basierend auf dem vorliegenden Erkenntnisstand zu Schließungen, laufenden Abverkäufen und bereits vertraglich gesicherten Übernahmen der genannten Vertriebslinien hatte die Insolvenz zwischen dem 1. September 2013 und dem 1. Januar 2014 für einen saldierten Rückgang um gut 170 Märkte mit einer gewichteten Gesamtverkaufsfläche von 100.000 m² gesorgt. Dass für die zum Jahresanfang noch bestehenden Max Bahr-Filialen nach Ende des Abverkaufs an ca. 50 Standorten konkrete Übernahmen bekannt sind, wird zunächst noch einmal die Schließung von ca. 60 weiteren Märkten zur Folge haben. Im Laufe des Jahres wird im Zuge einer Vermarktung von Einzelstandorten oder kleineren Paketen die Zahl der Baumärkte dann wieder kontinuierlich zunehmen.
Als mittelfristige Folge der Praktiker-Insolvenz erwartet die Gemaba bis Anfang / Mitte 2015, daß sich die Zahl der Baumärkte auf einem Niveau zwischen 2.250 und 2.270 Einheiten einpendeln wird, sofern man die Entwicklung "echter" Neueröffnungen in den letzten Jahren mitberücksichtigt. Rein zahlenmäßig würde dies - bei einem allerdings erheblich größeren Flächenbestand - der Situation des Zeitraums 1994/95 entsprechen.
Rückgang bei Verkaufsflächen
Zum 1. September 2013 - also bevor sich die Auswirkungen der Praktiker-Insolvenz massiv bemerkbar machte - gab es im Bundesgebiet 2.371 Baumärkte, die der Definition (mindestens 1.000 m² Innen-Verkaufsfläche und breites Sortiment) des BHB-Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten, Köln, entsprechen. Diese Märkte verfügten insgesamt über eine Innen-Verkaufsfläche von rund 12.950.000 m². Freiflächen summierten sich auf insgesamt rund 3.650.000 m², so dass eine Gesamtverkaufsfläche von rund 16.650.000 m² vorhanden war.
In der branchenüblichen Gewichtung des BHB (Innenfläche zu 100 %, überdachte Freifläche zu 50 %, offener Außenbereich zu 25 %, Baustoff-Drive in-Bereich zu 50 %) ergab sich eine aggregierte gewichtete Verkaufsfläche von rund 14.300.000 m². Im Vergleich zum 1. Januar 2013 (2.380 Objekte) entsprach dies einem leichten zahlenmäßigen Rückgang, der mit einer geringfügigen Vergrößerung der gewichteten Verkaufsfläche einherging.
Bis zum 1. Januar 2014 reduzierte sich dann innerhalb von vier Monaten die Zahl der Baumärkte auf 2.198 Einheiten mit einer gewichteten Gesamt-Verkaufsfläche von 13.310 m²; die korrespondierende Innen-Verkaufsfläche liegt bei 12.020.000 m². Gegenüber dem 1. Januar 2013 ging die Zahl der Baumärkte um 8 % zurück; der Verkaufsflächenrückgang hatte eine Größenordnung von ca. 7 %.