Acrylicon Polymers: Razzien wegen Wirtschaftsspionage-Verdacht

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen den Geschäftsführer sowie den Produktionsleiter von Acrylicon Polymers aufgrund des Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen sowie den Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Es sollen geschützte Daten und Rezepturen weitergegeben worden sein – bei dem geschädigten Unternehmen handelt es sich um Silikal.

Laut Medienberichten durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume der Acrylicon Polymers GmbH in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) sowie die Privaträume des Acrylicon Polymers-Produktionsleiters in Stockstadt am Main (Bayern) und in Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Schweriner Volkszeitung berichtete, stehe der norwegische Geschäftsführer und der Produktionsleiter von Acrylicon Polymers GmbH unter Betrugs- bzw. Spionageverdacht.

Ein Verantwortlicher war zuvor bei Silikal angestellt

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt bestätigte die Durchsuchungen und auch dass Beweismittel sichergestellt wurden. Ermittelt werde wegen des Verrates von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen (Az. 600 JS 14838/15) und dem Verstoß gegen des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wurden die Ermittlungen gegen Verantwortliche von Acrylicon ausgeweitet. Einer der Verantwortlichen stammt aus dem bayerischen Stockstadt und war zuvor bei dem Wettbewerber Silikal in gehobener Stellung angestellt gewesen. Dort solle er geschützte Daten und Rezepturen abgezogen haben.

Ermittlungen wegen Betrugs

Die Staatsanwaltschaft Schwerin bestätigte gegenüber den Medienvertretern, dass gegen den Geschäftsführer von Acrylicon Polymers in Neustadt-Glewe wegen Betruges ermittelt werde. Er habe einem Unternehmer, der für die Kunstharzproduktion für Kunstharzböden notwendigen Anlagen aufgebaut hatte, für dessen Leistungen im Wert von rund 400.000 Euro nicht bezahlt.

Acrylicon erhielt bislang 3,6 Millionen Euro Fördermittel

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften sorgen auch für große Unruhe beim Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern. Über das landeseigene Landesförderinstitut wurde an Acrylicon rund 3,6 Millionen Euro Fördermittel vergeben. Ein zweiter Förderantrag des Unternehmens in Höhe von 400.000 Euro steht noch aus. Aus dem Ministerium war zu hören, dass nun die Förderung von Acrylicon Polymers noch einmal überprüft werden soll.