Frank Pielot Parkett-Pielot, Hamburg und Aspensen Menschen wollen zu Investitionen animiert werden

Frank Pielot. - © Pielot

Menschen wollen zu Investitionen animiert werden

Wie wirkt sich die Finanzkrise auf die Bodenbelagbranche und die Unternehmer im Handwerk aus?

Da die Bevölkerung leider permanent mit schlechten Nachrichten bombardiert wird, wird nicht nur der Export, sondern nun vermutlich auch der Konsum einbrechen. Die Krise der Autobauer ist hausgemacht. Hat man doch schon lange am Markt vorbeiproduziert, statt den Verbräuchen Rechnung zu tragen. Leider sind die Menschen in Deutschland nur allzu empfänglich für schlechte Nachrichten. Sei es die Geschichte, das Klima oder die hungernde Weltbevölkerung, immer wieder ist ihnen in der Vergangenheit von allen möglichen Seiten ein schlechtes Gewissen eingeredet worden. Dabei hat der Bundesbürger eigentlich eine positive Grundstimmung, ist strebsam, zielgerichtet, ideenreich und wird in der ganzen Welt dafür hochgeachtet. Da muss man nicht alles kaputtreden. Genau das passiert oft genug in der Presse. Der Bevölkerung einzureden, die Arbeitsplätze seien stark gefährdet, ist grob fahrlässig und kann tatsächlich exakt dazu führen. Die Erfahrung zeigt: Immer wenn in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung solche Phasen aufkommen, investieren die Leute lieber in die eigenen vier Wände, als in den Urlaub zu fahren.Das ist für unsere Branche eine große Chance. Die Menschen möchten investieren, zu lange wurde nichts getan, wir müssen sie nur ermutigen.


In der jetzigen Situation – lieber sparen oder investieren? Warum?

Leider muss jeder Betriebsinhaber in solchen Zeiten vorsichtig sein, zu schnell könnten die Banken einem ansonsten den Hahn zu drehen. War es zu Zeiten von Basel 2 schon nicht immer einfach mit den Banken, so ist man doch umso erstaunter, dass sich das Finanzsystem selbst daran mitnichten gehalten hat. Da ich eine Verantwortung für meine Mitarbeiter habe, werde ich wohl eher Werbemaßnahmen ausweiten als anderweitig zu investieren. Leider kann das Handwerk nicht immer gleich Leute entlassen, da es fast unmöglich ist, bei Bedarf wieder gutes Personal zu bekommen. Insofern „ investiert“ man lieber in seine Mitarbeiter und stellt andere Investitionen zurück.

Wie können sich Handwerker in einem schwieriger werdenden Marktumfeld vom Wettbewerb absetzen?

Mein Rat an Qualitätsanbieter lautet: Werben und Service bieten, beides kann man gar nicht oft genug sagen. Je enger die Kundenbindung ist, die man sich aufgebaut hat, desto eher übersteht sie auch schwierige Zeiten. Prinzipiell gilt außerdem: Es kann sich lohnen, über clevere Kooperationen nachzudenken, die allen Beteiligten Vorteile bringen. Denn mutige Ideen werden bei guter Umsetzung auch künftig belohnt werden. Schlechte Perspektiven sehe ich für diejenigen, die nur über den Preis verkaufen. Nach meiner Einschätzung werden einige dieser Betriebe eine Phase des Abschwungs nicht überstehen.