Holzring Rützel setzt auf Qualität und Umweltverträglichkeit Offensiv mit Stärken umgehen

Qualität und Umweltverträglichkeit sind Kriterien, auf die es morgen ankommt. Das sagt Olaf Rützel im Gespräch mit boden wand decke . Daran orientiert sich der Holzring-Geschäftsführer, was die Struktur der Holzgroßhandel-Kooperation angeht.

Olaf Rützel, Geschäftsführer Holzring. - © Holzring

Offensiv mit Stärken umgehen

Nach Einschätzung Rützels ist für eine Geschäftsbeziehung Qualität ein stabilisierender Faktor, für eine Neuanbahnung von Geschäften sogar zwingende Voraussetzung. Ganz wichtig sei dabei: Es kommt nicht nur auf die Leistung dessen an, der direkt Kontakt zum Abnehmer hat. Vielmehr sei ganzheitliche Qualität Garant für Wachstum. Dazu gehöre für alle Wertschöpfungsstufen der Holzwirtschaft das Bekenntnis zu diesem Qualitätsgedanken. Eng verknüpft ist nach Rützels Einschätzung beim Verbraucher mit dem Qualitätsbegriff das Thema Umweltfreundlichkeit. Die öffentliche Diskussion um Nachhaltigkeit und Klimaveränderungen müsse gerade in der Holzbranche Berücksichtigung finden. Holz als regenerierbarer Rohstoff und Kohlendioxiddepot biete dafür die besten Argumente.

„Mit den Themen muss aber wesentlich offensiver als früher umgegangen werden“, sagt Rützel. Für die Holzbranche spielen aus seiner Sicht freilich noch andere Trends eine Rolle: „Internationale Einflüsse werden in der mitteleuropäischen Holzwirtschaft immer stärker spürbar. Im Rahmen der jüngsten Veröffentlichungen von Umsatzzahlen fällt auf, dass viele Unternehmen aus der Holzindustrie einen deutlich gestiegenen Exportanteilanteil erzielt haben“, analysiert der Insider. Osteuropa, Asien, Amerika und der Nahe Osten seien auch für die in der Vergangenheit in erster Linie lokal orientierte Holzindustrie in Mitteleuropa längst Zielmärkte. Umgekehrt drängten zunehmend auch ausländische Unternehmen auf den heimischen Markt, verschärften den Wettbewerb, würden aber auch neue Chancen bedeuten.

„Im Unterschied zu einer langsamen, jedoch spürbaren Veränderung bei Industrie und Handel bleibt die betriebswirtschaftliche Ausrichtung des Handwerks auf absehbare Zeit gering. Hier sind Verbände sowie Institutionen des Handwerks aufgefordert, zusammen mit Vorlieferanten für dieses Thema zu sensibilisieren und mit Weiterbildungs- und Schulungsangeboten Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu verbessern“, sagt Olaf Rützel.

Laminat holt immer mehr auf

„Spannend wird die Frage, ob die Holznachbildungen aus Papier oder Kunststoff dem Echtholz zukünftig den Rang ablaufen. Denn die Vorteile von Laminatboden in Bezug auf Optik sowie Funktion nähern sich denen von Echtholzparkett immer mehr an“, glaubt der Holzring-Geschäftsführer. In Zukunft würden Verbraucher sowohl qualitative als auch gefühlte Aspekte wie Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit in Kaufentscheidungen einbeziehen. Alle Beteiligten aus der Wertschöpfungskette in der Holzwirtschaft sollten diesen Trend aufmerksam verfolgen und offensiv reagieren.

Walter Pitt walter.pitt@t-online.de