Rund 110 Aussteller aus sieben Ländern gaben vom 6. bis 8. September in Leipzig Impulse für das Geschäft mit Raumausstattung und Interior Design.
Vor allem das Rahmenprogramm machte die Leipziger Messe für Raumausstattung in diesem Jahr nicht nur für Besucher aus der Region interessant. Ein Höhepunkt war dabei sicher das erstmals veranstaltete Objektforum. Die Messemacher trugen damit einem maßgeblichen Trend Rechnung. Knapp ein Fünftel der Umsätze in deutschen Raumausstatterbetrieben wurden nach Angaben des Zentralverbandes für Raum und Ausstattung (ZVR) 2007 mit Objektausstattung erzielt. Interessant: Zwei Drittel der Umsätze entfielen dabei auf Privatobjekte wie Hotel und Banken. „Das Objektgeschäft bietet agilen Raumausstattern große Chancen“, sagt Bernhard Zimmermann, Inhaber der Leipziger Branchenagentur BZ-BBI, der das Forum moderierte. „Allerdings besteht ein hoher Informationsbedarf, wie sich Handwerksbetriebe auf diesem anspruchsvollen Markt behaupten und profilieren können.“ Podiumsdiskussionen und Fachvorträge gaben darauf messebegleitend entsprechende Tipps und Anregungen. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei die Tapete, die derzeit nicht nur bei Ersteinrichtern wieder gefragt ist.
Im Rahmen des Objektforums kreierte Zimmermann drei Trendräume zu den Themen Hotel, Gastronomie und Seniorenwohnung und veranschaulichte dabei das zeitgemäße Zusammenspiel von Bodenbelägen, Wandgestaltung und Dekoration. Mit den stilvollen Inszenierungen wollte man auch Architekten, Planer und Bauherren ansprechen.
Vor allem den Praktiker dürfte das Forum Fußboden, Farbe und Tapete angesprochen haben. Maßgeblich inszeniert wurde diese Leistungsschau von den Großhandelshäusern Jordan und Schlau. Insgesamt stellten im Forum gut 30 Firmen Produkte und Anwendungstechniken vor.
Für Aufsehen sorgte am Samstag der öffentliche Wettstreit um die Joka-Trophy 2008, zu der Jordan bodenlegende Handwerker aus ganz Deutschland aufgerufen hatte (siehe eigener Bericht).
Erstmals wurde auf der Comfortex auch der durch den ZVR ausgeschriebene Innovationspreis im Raumausstatterhandwerk vergeben. Der mit 2.000 Euro dotierte 1. Preis ging an den jungen Raumausstattermeister Dirk Kallenbach aus Leipzig für das Projekt „Kabré“, eine neue bzw. wiederbelebte Polstermöbelmarke aus der eigenen Manufaktur. Den 2. Preis erhielt der Stuttgarter Raumausstatter Henry Schweizer, der jüngst mit der größten Gardinendekoration der Welt ins Guinnessbuch der Rekorde gelangt war. Platz drei belegte Angelika Klinz aus dem sachsen-anhaltinischen Bad Lauchstädt: Sie hat das elterliche Kleingehöft zu einem Aushängeschild für die Branche umgestaltet.
Auf der Comfortex 2008 boten marktführende Unternehmen einen Überblick über aktuelle Trends und Lösungen der Innenausstattungsbranche. Ein attraktives Rahmenprogramm, von den Akteuren ambitioniert umgesetzt, rundete den „größten deutschen Branchentreff im Herbst“ (Projektdirektor Andreas Zachlod) ab. sh