Das deutsche Raumausstatterhandwerk ist im Jahr 2013 stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Das Umsatzplus betrug 2013 1,16 %. Die deutsche Wirtschaft ist in 2013 um nur noch 0,4 Prozent gewachsen. Das teilt der Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR) mit.
Der entscheidende Punkt dieser Diskrepanz dürfte die Tatsache sein, dass erstmals seit der tiefen Rezession 2009 der traditionell starke Exportmotor für die deutsche Wirtschaft als Antreiber der Konjunktur komplett ausfiel. Das überhaupt noch ein Wachstum zu verzeichnen war, lag an den Verbrauchern in Deutschland. Das Raumausstatterhandwerk ist seit jeher auf das Privatkundengeschäft angewiesen.
Stimmung im Raumausstatterhandwerk hat sich verbessert
Das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Zentralverbandes Raum und Ausstattung (ZVR), der Berufsorganisation der über 27.000 in der Handwerksrolle eingetragenen Raumausstatter-Betrieben, bestätigt den Trend der letzten Jahre. Über 60% des Umsatzes machen die Betriebe mit privaten Auftraggebern; dabei berichten 88,48% von einem gestiegenen oder gleichbleibenden Auftragsbestand in dieser Kundengruppe. Aber auch insgesamt hat sich die Stimmung im Raumausstatterhandwerk verbessert. 90,86% (Vorjahr 85,89 %) der an der Umfrage beteiligten Raumausstatter-Betriebe erwarten in den nächsten sechs Monaten ein gleichbleibendes oder verbessertes Geschäft. Die gegenwärtige wirtschaftliche Geschäftslage wird von 92,93 % (Vorjahr 90,74 %) Prozent der Betriebe mit befriedigend oder gut bezeichnet.
„Dass es dem Raumausstatterhandwerk auch mal besser gehen kann, als der Gesamtwirtschaft ist ein erfreuliches Zeichen. Auch an unsere Mitglieder und unsere Partner aus der Industrie. Ich hoffe, dass sich die positive Stimmung auch auf die Einstellung der Betriebe auswirkt.“, beurteilt ZVR-Präsident Harald Gerjets die Situation. Insgesamt hat sich auch beim Auftragsbestand die zufriedenstellende Entwicklung weiter gefestigt. So stieg dieser weiterhin nunmehr auf einen Wert von 6,82 Wochen. Ebenfalls erfreulich stellt sich die Situation beim Beschäftigungsmarkt dar, ohne dass die Raumausstatter-Betriebe bereits unter dem Fachkräftemangel leiden. Lediglich 6,08 Prozent der Betriebe planen einen Abbau von Personal in den nächsten sechs Monaten.
Raumausstatterhandwerk verzeichnet Rückgang beim Bodenlegen
Schon traditionell ist der Handwerksbereich die tragende Umsatzstütze der Betriebe. Lediglich 28,48 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenen Umsätzen im Handelsbereich. Keine Entspannung herrscht bei den Einkaufspreisen. 79.50 Prozent der Betriebe gaben gestiegene Kosten für ihre Einkäufe an. Jedoch konnten nur 37,04 % diese auch an den Endkunden in Form von erhöhten Angebotspreisen weitergeben.
Fast schon zementiert scheint die Umsatzverteilung auf die Arbeitsfelder des Raumausstatters. Auf das Arbeitsfeld „Dekorationen“ fallen 21 % des betrieblichen Umsatzes. Die Tendenz für dieses Arbeitsfeld ist jedoch auffallend. 23,71 % der Betriebe erwarten hier sinkende Umsätze; soviel wie in keinem anderen Arbeitsbereich.
Mit dem Arbeitsfeld „Sonnenschutz“ werden 24 % des Umsatzes getätigt. Hier erwarten die Betriebe jedoch die positivste Veränderung. 35.76 % der Betriebe setzen hier auf steigende Umsätze. Das Arbeitsfeld „Bodenlegen“ musste einen leichten Umsatzrückgang verzeichnen (- 1%) und kommt in der Umsatzverteilung auf 24 %. Leicht verbessert hat sich das „Polstern“. Es wurde bei der Umsatzverteilung mit 22 % bewertet.
Das Arbeitsfeld „Wand/Decke“ wird nur von 44,02 % der Betriebe angeboten. Bei diesen erzielt es auch nur einen Umsatzanteil von 5 %. Der Bereich „Sonstiges“ wurde mit 4 % Umsatzanteil bewertet.