Der Hersteller modularer Bodenbeläge hat eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, die notwendige Latex-Vorbeschichtung durch recyceltes Material zu ersetzen. Auf diese Weise mutiert die Auto-Windschutzscheibe zur Teppichfliese.
Interface, der Hersteller von modularen textilen Bodenbelägen hat einen nachhaltigen Ersatz für Latex aus Verbundmaterial von Windschutzscheiben entwickelt. Latex, das bei der Verankerung des Garns mit dem Rücken, dem sogenannten Backing zum Einsatz kommt, wird bei dieser neuen Methode durch recyceltes Polyvinylbutyral (PVB) ersetzt. PVB ist in Glas enthalten - hauptsächlich in den Windschutzscheiben von Autos und schützt die Windschutzscheibe vor dem Zerbrechen. Im Gegensatz zu Glas, das bereits seit langem wiederverwertet wird, wurde bislang keine Lösung für das Recyceln von PVB gefunden. Nach zehnjähriger Forschung ist es mithilfe von Kooperationspartnern gelungen, das Verbundmaterial wiederzuverwerten und in eine neue, nachhaltige Wertschöpfungskette zu integrieren.
Produkte entsprechen dem schwedischen Standard SundaHus
Dank der neuartigen Vorbeschichtung aus PVB reduziert sich der CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Vorbeschichtung aus Latex, die üblicherweise in der Branche zum Einsatz kommt, um 80 Prozent. Aktuell sind 43 Prozent der Rohstoffe, die Interface in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika verwendet, recycelt oder biologischen Ursprungs. Bis zum Jahr 2020 soll dieser Wert laut Herstellerangaben bei 100 Prozent liegen. Durch die Nutzung von PVB anstatt Latex entsprechen die Interface-Produkte dem schwedischen Standard SundaHus, dem aktuell führenden, unabhängigen System auf dem Markt für Gesundheits- und Umweltgutachten.
