Elvira Kern Friedrich Altvater & Söhne Angstsparen schadet der Branche

Elvira Kern. - © Altvater

Angstsparen schadet der Branche

Wie wirkt sich die Finanzkrise auf die Bodenbelagbranche und die Unternehmer im Handwerk aus?

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird seit geraumer Zeit im Zusammenhang mit den Ereignissen an den internationalen Finanzmärkten diskutiert. Natürlich haben die verschiedenen Nachrichten und Meldungen über die Situation großer Player und Verluste an den diversen Börsenplätzen dazu geführt, dass sich die Menschen auch bei uns intensiv mit den Fragen nach der Zukunft beschäftigt haben. Vielfach hat dies leider bereits bewirkt, dass Ausgaben wesentlich eingeschränkt und Pläne zurückgeschraubt wurden. Die Folgen dieses Sparkurses bekommen wir in unserer Branche natürlich ganz direkt zu spüren.


In der jetzigen Situation – lieber sparen oder investieren? Warum?

Einer meiner Kunden hat zu dieser Frage erst neulich gesagt: Man sollte das Geld ausgeben, solange man wenigstens noch etwas dafür bekommt. Dieser Grundhaltung stimme ich voll und ganz zu. Jetzt macht es vor allem Sinn, in bleibende Werte zu investieren. Unter diese Überschrift gehört insbesondere die Instandhaltung von Immobilien, vor allem von Eigenheimen. Deshalb bin ich davon überzeugt: Wir sollten die augenblicklichen wirtschaftlichen Probleme auch als eine Chance sehen, um aktiv auf den zurückhaltenden Verbraucher zuzugehen. Nur wenn es uns gelingt, die Menschen zu Investitionen zu animieren, werden wir die Wirtschaft in Schwung halten. Dies ist umso wichtiger, weil sich in den Medien derzeit die Hiobsbotschaften häufen. Aber das Angstsparen, das durch diese Schreckensmeldungen befördert wird, schadet allen und insbesondere unserer Branche. Es ist niemand damit geholfen, den ohnehin verunsicherten Konsumenten noch weiter Angst zu machen.


Wie können sich Handwerker in einem schwieriger werdenden Marktumfeld vom Wettbewerb absetzen?

Grundsätzlich stehen bei uns natürlich Service, Qualität und Leistung im Vordergrund. Nur: Aus der kritischen Sicht unserer heutigen Kunden ist dies alles längst eine Selbstverständlichkeit! Das wird von uns einfach erwartet und nicht besonders honoriert. Damit allein also kann man im gegenwärtigen Wettbewerbsumfeld nicht mehr überzeugen. Aus dieser Erkenntnis haben wir für uns die Konsequenz gezogen, in Zukunft noch strategischer vorzugehen. Das bedeutet im Klartext: Unsere Aufgabe ist es grundsätzlich, uns laufend auf alle möglichen Veränderungen einzustellen. Wir sind spontan, flexibel, attraktiv und zeitgemäß in unserem Auftreten und unserer Leistung. Am wichtigsten ist, dass die vielfältigen Kundenwünsche schnell erkannt und genauso schnell umgesetzt werden. Hier ist vorausschauendes Agieren gefragt. Und man muss den Markt genau kennen, um ständig und unermüdlich aktuelle Trends anzubieten. Das alles natürlich immer mit einem Lächeln auf den Lippen.