Im Rahmen der Mitgliederversammlung von Netzwerk Boden Ende Oktober in Kassel ist der Generationenwechsel an der Spitze erfolgt: Neuer Geschäftsführer ist Stefan Dröge, der Nachfolger von Beat Ludin. Dieser hatte den Zusammenschluss der Bodenbranche 17 Jahre lang mit großem Engagement geleitet.

Dröge zur Seite steht Frank Böttner, Geschäftsführer Decor-Union, der die Aufgabe 2021 von seiner Vorgängerin Regina Hebbeln-Röttjer übernommen hatte. Zudem verabschiedete Netzwerk Boden Michael Schanbacher aus dem Beirat. Stefan Dröge ist 46 Jahre alt, gelernter Fliesenleger und Diplom-Ingenieur (FH) für Bauingenieurwesen. Er ist seit zwölf Jahren für Uzin Utz tätig und verantwortet seit 2024 als Verkaufsleiter die Marke Uzin im Vertriebsgebiet Ostdeutschland. Die Geschäftsführung von Netzwerk Boden übernimmt er zusätzlich zu seiner bisherigen Tätigkeit. Für die kommenden Jahre kündigte er an, die Gemeinschaft zu stärken, den Wissenstransfer auszubauen und das Netzwerk für die nächste Generation attraktiv zu halten. Die Entwicklung will er dabei gemeinsam mit den Mitgliedern gestalten.
„Wir wollen den Mitgliedern keinen fertigen Plan von oben überstülpen, sondern genau zuhören, was die Partner brauchen“, sagte Dröge. Zu seinen ersten Vorhaben gehört deshalb der intensive Austausch mit möglichst vielen Mitgliedsbetrieben. Ein weiteres Ziel ist es, die Mitgliederzahl wieder spürbar zu steigern. Aktuell gehören 58 Betriebe und Industriepartner zu dem Verbund führender Bodenspezialisten aus Handwerk und Industrie.
Auch die Sprecher der Netzwerkpartner aus der Industrie sind neu: Als Stellvertreter von Rüdiger Dicke, Verkaufsleiter Unifloor, ist Richard Hohenhaus, Teamlead Corporate Business Development Uzin Utz, benannt worden. Er löst Frank Wittkowski, Head of Corporate Business Development Uzin Utz, zum Jahreswechsel ab. Beat Ludin bleibt der Branche als Geschäftsführer der Schweizer Sifloor AG erhalten. Seine Erfahrung und sein Fachwissen stehen Netzwerk Boden damit auch künftig zur Verfügung. Während seiner Amtszeit etablierte sich die Gemeinschaft als feste Größe in der Branche. Schwerpunkte waren unter anderem Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Recht, Unternehmensnachfolge, Nachwuchsförderung und Qualifizierungsmaßnahmen. Die klare Zielsetzung war immer, die Mitgliedsbetriebe in den Bereichen zu fördern, in denen sie Unterstützung benötigen. Zur „Next Generation“-Initiative gehören derzeit 21 Nachwuchskräfte. Das Azubi-Camp in Ehingen, das bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde, sowie der jährliche Wettbewerb „Bodenprojekt des Jahres“ zählen zu den wichtigen Aktivitäten des Netzwerks.
Stefan Dröge und Frank Böttner stellten die Zielsetzung und Strategie für die Jahre 2027 bis 2030 vor. Weitere Programmpunkte waren Präsentationen aus den Kompetenzbereichen und Arbeitskreisen. Rainer Prinz berichtete über den Arbeitskreis „Digitale Geschäftsprozesse“, Bernd Klute über „Qualifizierungsmaßnahmen“. Nicole Zagolla stellte die Aktivitäten der „Next Generation“ vor, während Norbert Rennert das „Bodenprojekt des Jahres 2027“ präsentierte. Die Preisverleihung soll im Januar 2027 im Rahmen der Messe Bau erfolgen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung der Initiative zum nachhaltigen Bauen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Die Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ wird zukünftig durch Prof. Dr. Jaqueline Lemm und Frank Wittkowski vertreten. Unterstützt werden die beiden von Peter Bachmann von der DGNB.
Außerdem wurden die Ergebnisse des „Architekten-Testballons“ von Tanja Peter und Marco Fröhlich vorgestellt. Das Pilotprojekt soll den Grundstein für einen effizienten, transparenten und verbindlichen Anfrageprozess für Architekten legen, mit dem Ziel qualifizierte Projektanfragen zu generieren. Testszenarien sollen genutzt werden, um das Konzept weiterzuentwickeln und auf weitere Zielgruppen zu übertragen. Motivation und Industrie-Speed-Dating. Mit einer Keynote von Lars Riedel, der ehemalige deutsche Leichtathlet und Olympiasieger zum Thema „Motivation und Erfolg“ erhielten die Mitglieder einen Impuls zur persönlichen und unternehmerischen Entwicklung. Beim anschließenden Industrie-Speed-Dating hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Sifloor, nora systems, Kährs und Gerflor Mipolam zu kommen. Mit den Vorstellungen der Industriepartner griff die Versammlung eine zentrale Stärke von Netzwerk Boden auf: den regelmäßigen Dialog zwischen Handwerksbetrieben und Industriepartnern. Beat Ludin sieht darin den besonderen Wert der Gemeinschaft. „Die besten Produkte der Industrie können ihren Nutzen erst dann entfalten, wenn sie von kompetenten Handwerksbetrieben fachgerecht verarbeitet werden“, so Beat Ludin auf seiner letzten Mitgliederversammlung als Geschäftsführer. Die nächste Netzwerk Boden Tagung findet vom 14. bis 16. April 2027 statt.