Die europäischen Parkettmärkte zeigen sich im Herbst stabil mit moderatem Wachstum in einigen Regionen. In Deutschland werden erste positive Signale bei der Bautätigkeit sichtbar. Der österreichische Parkettmarkt verzeichnete ein positives erstes Halbjahr, die Schweiz weist moderates Wachstum auf.

Das sind die aktuellen Einschätzungen des Verbands der europäischen Parkettindustrie (FEP). „Während die erste Jahreshälfte 2026 in einigen Ländern ermutigende Signale lieferte, hat sich der Ausblick seit dem Sommer eingetrübt“, erklärt der FEP. Geopolitische Unsicherheiten, ein sinkendes Verbrauchervertrauen, steigende Sparquoten, höhere Arbeits- und Energiekosten sowie ein höheres Zinsniveau belasteten weiterhin Investitionsentscheidungen und die Bautätigkeit. Einige Mitglieder berichteten von positiven Entwicklungen im ersten Halbjahr, insbesondere im Renovierungs- und Projektgeschäft; im dritten Quartal habe die Dynamik jedoch deutlich nachgelassen. „Die Verbraucher agieren weiterhin zurückhaltend, wobei Ausgaben zunehmend in den Bereich Freizeit und Unterhaltung fließen – zulasten von Investitionen in das eigene Zuhause“, heißt es dazu weiter vom Europäischen Parkettverband.
Gleichzeitig steigen die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter an. Die Hersteller sehen sich mit höheren Preisen für Rohstoffe, Arbeitskräfte und Energie konfrontiert. Eine Weitergabe dieser Mehrkosten an die Verbraucher gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt aufgrund unlauteren Wettbewerbs durch Importe aus China sowie aus weiteren Herkunftsländern, deren Liefermengen rapide zunehmen. Die Beschaffung von Hartholz ist in bestimmten Regionen zudem schwieriger geworden. „Insgesamt lässt sich der europäische Parkettmarkt derzeit als stabil, aber von Vorsicht geprägt beschreiben. Während in einigen Regionen Anzeichen einer Erholung erkennbar sind, dämpfen wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten weiterhin das Vertrauen und hemmen Investitionsentscheidungen“, so der FEP.
In Deutschland zeigen sich erste positive Signale bei der Bautätigkeit, auch wenn das Gesamtniveau niedrig bleibe. „Der Parkettmarkt entwickelte sich im ersten Halbjahr erfreulich, doch das dritte Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück: Das Volumen lag schätzungsweise 10-15 Prozent unter den Werten des Vorjahres.“ Insgesamt zeige sich der Markt weitgehend stabil, erklärt der Verband. Der österreichische Parkettmarkt habe ein relativ positives erstes Halbjahr verzeichnet. „In den Sommermonaten schwächte sich die Entwicklung jedoch ab. Die Verbraucher bleiben zurückhaltend, die Sparquote steigt, und Ausgaben – sofern sie überhaupt getätigt werden – fließen verstärkt in Freizeitaktivitäten statt in die Renovierung des eigenen Zuhauses. Die Kosten für Arbeitskräfte, Energie, Rohstoffe und Steuern verharren auf einem hohen Niveau“, erklärt der FEP weiter. Der Schweizer Parkettmarkt weist ein moderates Wachstum von etwa ein bis zwei Prozent auf, das vor allem durch das Projekt- und Objektgeschäft getragen wird.
Der französische Parkettmarkt verzeichnete ein leicht positives erstes Halbjahr. Mehrschichtparkett konnte um 2-3 Prozent zulegen, während Massivholzböden weiterhin mit Herausforderungen zu kämpfen haben. Das Vertrauen ließ im weiteren Jahresverlauf angesichts geopolitischer Unsicherheiten und einer steigenden Sparquote der Haushalte nach. Der italienische Parkettmarkt ist stabil; das Volumen ist leicht um etwa 3-4 Prozent gestiegen. Die Hersteller stehen jedoch unter wachsendem Druck durch steigende Rohstoffkosten, insbesondere bei hochwertigem Holz, das für die Parkettproduktion geeignet ist. Der niederländische Markt bleibt herausfordernd. Das Volumen liegt schätzungsweise 5-7 Prozent unter den Erwartungen, und steigende Kosten lassen sich nur schwer an die Kunden weitergeben. Der Wohnungsbau erholt sich nur langsam. „Gleichzeitig eröffnet die wachsende Unzufriedenheit der Verbraucher mit PVC-Böden neue Chancen für Holzfußböden“, so der FEP.
Die nordische Region erlebte einen positiven Start ins Jahr 2026; die Märkte wuchsen im ersten Halbjahr insgesamt um 1-2 Prozent. Im Sommer trübte sich die Stimmung jedoch ein, bedingt durch geopolitische Entwicklungen, höhere Energiekosten, Inflation und steigende Zinsen. Schweden bleibt der optimistischste Markt, gestützt durch Renovierungsaktivitäten, während Finnland weiterhin mit schwierigeren Rahmenbedingungen konfrontiert ist. Norwegen profitiert nach wie vor von einer soliden wirtschaftlichen Basis, und Dänemark hat sich gut entwickelt, wenngleich erste Anzeichen einer nachlassenden Nachfrage erkennbar sind. Der spanische Parkettmarkt zeigt sich stabil bis leicht positiv. Die Inlands- und Exportumsätze bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, wenngleich die Importe aus osteuropäischen Ländern zugenommen haben.