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Die schnelle Baustelle Zeitgewinn durch Pumpen von Bodenspachtelmassen

Die maschinelle Verarbeitung von selbstverlaufenden Bodenspachtelmassen sorgt für eine hohe Flächenleistung und gleichbleibende, perfekte Qualität. Wir zeigen nachfolgend, wie sich lange Arbeitstage verkürzen und Erträge maximieren lassen.

Zeitgewinn durch Pumpen von Bodenspachtelmassen
Besonders bei Großobjekten bietet sich maschinelle Verarbeitung an, um ansatzfreie Flächen zu erzielen. -

Das händische Spachteln großer Flächen ist oftmals eine zeitraubende Arbeit. Die Spachtelmassensäcke müssen vom Transporter bzw. von der angelieferten Palette bis zum Mischplatz getragen und das Anmischwasser muss von der Wasserentnahmestelle abgezapft und bereitgestellt werden. Dann wird jeder Sack aufgeschnitten, in den Hobbock gekippt, durchgemischt – Reifezeit – nochmals gemischt, und so weiter.

Kippt man die fertige Mischung von einem 25-kg-Sack nun auf den Boden, so verschwindet diese wenig motivierend optisch in der scheinbaren Unendlichkeit der großen Fläche. In einem Großobjekt ziehen für das Spachteln schon mal mehrere Tage Arbeit ins Land und dann ist noch kein einziger Quadratmeter verlegt. Aber auch bei kleineren Objekten mit einer Fläche von „nur“ 500 m² sind mehrere Mitarbeiter den ganzen Tag nur mit dem Arbeitsschritt des Spachtelns beschäftigt.

Händische vs. maschinelle Verarbeitung von Spachtelmassen

Folgendes Rechenbeispiel soll den großen Zeitaufwand bei der händischen Verarbeitung von Spachtelmasse verdeutlichen:

Für die o.g. Fläche von 500 m² bei 5 mm Spachteldicke werden ca. 4 t Spachtelmasse benötigt: Das macht 160 Säcke Spachtelmasse. Das Anrühren dauert ca. 1 Minute, hinzu kommen noch mal 2 Minuten Reifezeit der Spachtelmasse. Macht 3 Minuten pro Sack, also 480 Minuten für alle Säcke. Dazu kommt die Zeit für die Bereitstellung des Materials. Müssen die Gebinde etwa in die zweite Etage getragen werden, kann man mit ca. 4 Minuten pro Sack rechnen. Nehmen wir an, es sind vier Mitarbeiter auf der Baustelle mit dem Transport der Säcke beschäftigt, benötigt man für die Bereitstellung nochmals 160 Minuten, das sind nahezu 3 Stunden. Die Reinigung fällt mit 10 Minuten nur kurz ins Gewicht. Macht in Summe also 650 Minuten zur Ausführung der gesamten Fläche – also etwa 11 Stunden Zeitaufwand. Nun gut – manch einer wird die Fläche vielleicht auch in kürzerer Zeit spachteln. Zur grundsätzlichen Verdeutlichung der Unterschiede zwischen händischem Anrühren und maschinellem Pumpen nehmen wir aber diese Zahlen mal an.

Mit moderner Maschinentechnik lässt sich die Verarbeitungszeit von Spachtelmassen nämlich in jedem Fall deutlich verkürzen: Schon mit kleinen 230-Volt-Mischpumpen können bis zu 25 l pro Minute an Spachtelmasse angemischt und gepumpt werden – das sind rund 2 t in der Stunde. Die Maschinentechnik wird dazu meist außerhalb der Baustelle am Mischplatz aufgebaut; die Spachtelmasse wird direkt daneben platziert, sodass der Transport der Säcke schon mal gänzlich entfällt.

Gleiches gilt für den Transport des Anmachwassers. Dieses wird einfach über einen Wasserschlauch direkt an die Maschine angeschlossen und die Wasserdurchlaufmenge eingestellt. Maschine an und los geht’s. Das gemischte Material wird über den Förderschlauch bis in die Baustelle auf die Fläche gefördert und dort unmittelbar verarbeitet. Durch eine Pumpleistung bis 30 m Höhe und 90 m Weite können auch höhere Etagen oder weiter entfernte Flächen bequem gespachtelt werden, womit sonst insbesondere ein hoher Aufwand zum Transport der Säcke und des Anmachwassers verbunden wäre.

Um also die gesamte Fläche von 500 m² zu spachteln, bräuchte man so mit Hilfe der Mischpumpe lediglich knapp 2 Stunden. Der Auf- und Abbau der Maschine sowie die abschließende Reinigung der Maschine kann mit ca. 1 Stunde berechnet werden. Somit werden insgesamt rund 3 Stunden Zeitaufwand benötigt gegenüber ca. 11 Stunden bei händischer Verarbeitung (siehe Tabelle).

Die maschinelle Verarbeitung von Bodenspachtelmassen spart also vor allem Zeit. Als Faustformel kann man sagen, dass sich die Arbeitszeit auf rund ein Drittel reduzieren lässt! Bei größeren Flächen kann die Durchlaufmenge durch die Wahl der Maschine sowie der Maschinenausstattung natürlich entsprechend angepasst werden. Mit leistungsstarken 400-Volt-Mischpumpen können bis zu 50 l pro Minute gefördert werden (das macht ca. 4,5 t Spachtelmasse pro Stunde); mit offenen Systemen aus Durchlaufmischer und Förderpumpe unter Umständen sogar bis zu 80 l pro Minute. Die Wahl der richtigen Maschinentechnik ist dabei entscheidend und auch nicht unbedingt trivial. Wer sich aber damit befasst, profitiert definitiv von den Vorteilen.

Mehr Ertrag bei weniger Arbeit

Aber auch unter dem wirtschaftlichen Aspekt lohnt es sich oftmals, denn die Zeitersparnis wirkt sich auch auf die Kosten des Handwerksbetriebes aus. Durch die Einsparung von Zeit entstehen dem Verlegebetrieb weniger Lohnkosten. Gleichzeitig erhält der Betrieb zur Realisierung des Objektes in der Regel einen fixen Quadratmeterpreis – unabhängig von der Geschwindigkeit der Spachtelausführung. Können nun zwei Drittel der Lohnkosten für die Fläche eingespart werden, bleibt folglich am Ende des Tages mehr Geld übrig. Kurzgesagt: geringere Lohnkosten bedeuten höheren Ertrag! Durch die hohe Flächenleistung rechnet sich die maschinelle Verarbeitung bereits für Projekte ab 250 m², je nach Schichtdicke.

Dazu kommt, dass die Mitarbeiter durch die zusätzlich gewonnene Zeit schneller wieder auf einer anderen Baustelle eingesetzt werden können. Auch die geringere körperliche Belastung durch das Entfallen von händischem Transport ist zuträglich. Zudem gibt es nur eine sehr geringe oder sogar keine Staubbelastung dank einem Anmischen im geschlossenen System und es entsteht nur ein geringer Geräuschpegel während der Pumparbeiten. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird also in allen Belangen weniger belastet als bei dem konventionellen händischen Anmischen. Das ist nachhaltig und sorgt langfristig für leistungsfähigere Mitarbeiter.

Und noch ein letzter Pluspunkt ist entscheidend: Die angemischte Spachtelmasse kommt in immer gleicher Qualität aus dem Schlauch. Durch die konstante automatische Wasserzugabe nach einmaliger Einstellung an der Maschine, wird immer die gleichbleibende Konsistenz hergestellt. Die Gefahr von einer Überwässerung oder Ansätzen wird entgegengewirkt. So entstehen auch in hohen Schichtdicken ansatzfreie Flächen durch stetigen Nachschub. Ein Nachspachteln von Kellenschlägen erübrigt sich dadurch ebenfalls, was letztlich auch einen Zeitgewinn darstellen kann.

Fazit: Maschinentechnik ist sinnvolle Investition

Die Maschinentechnik ist in Summe eine sinnvolle Investition, die sich flexibel einsetzen lässt. Ausführungszeiten der Spachtelung werden verkürzt und große Flächen können schneller realisiert werden. Und denjenigen, die sagen „aber wir haben doch schon immer händisch gespachtelt“, sei gesagt: Parkettböden werden heute auch nicht mehr mit der Ziehklinge abgezogen, sondern mit einer Maschine geschliffen. Warum? Weil es einfach schneller ist.

Autor: Maik Evers, Leiter Technischer Service Fußbodentechnik und Parkettbei der Mapei GmbH

Auf den Punkt gebracht

  • Das händische Spachteln großer Flächen ist oftmals eine zeitraubende Arbeit.
  • Mit moderner Maschinentechnik lässt sich die Verarbeitungszeit von Spachtelmassen deutlich reduzieren – und zwar auf rund ein Drittel.
  • Durch die Zeitersparnis entstehen dem Verlegebetrieb weniger Lohnkosten. Und geringere Lohnkosten bedeuten höheren Ertrag.
  • Die Wahl der richtigen Maschinentechnik ist entscheidend.
  • Die angemischte Spachtelmasse kommt in immer gleicher Qualität aus dem Schlauch. Die Gefahr von Überwässerung oder Ansätzen wird entgegengewirkt. So entstehen auch in hohen Schichtdicken ansatzfreie Flächen durch stetigen Nachschub. Ein Nachspachteln von Kellenschlägen erübrigt sich.
  • Durch die hohe Flächenleistung rechnet sich die maschinelle Verarbeitung bereits für Projekte ab 250 m², je nach Schichtdicke.
  • Die Gesundheit der Mitarbeiter wird beim Einsatz von Maschinentechnik weniger belastet als beim konventionellen händischen Anmischen:
    - Geringere körperliche Belastung der Mitarbeiter durch das Entfallen von händischem Transport von Spachtelmassensäcken.
    - Sehr geringe oder keine Staubbelastung dank Anmischen im geschlossenen System.
    - Nur geringer Geräuschpegel während der Pumparbeiten.
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