Technik -

Was ist ein Verbundestrich?

Verbundestriche kommen in der Regel immer dann zum Einsatz, wenn der Boden hohe mechanische Belastungen aushalten muss. Sie werden direkt mit dem Untergrund verbunden. Bietet dieser jedoch nicht genügend Haftung, kann dies zu Rissen führen.

Verbundestriche kommen immer dann zum Einsatz, wenn vom Planer oder Bauherrn für den Boden hohe mechanische Belastungen vorgesehen und die Anforderungen an die Wärmedämmung oder auch die Schallisolierung vergleichsweise gering sind. Im Wohnungsbau werden Verbundestriche zum Beispiel häufig in Kellern oder Garagen verlegt. Im gewerblichen Bereich findet man Verbundestriche in stark belasteten Bereichen, in denen beispielsweise Fahrverkehr, etwa mit Transportgeräten, vorgesehen ist.

Anders als bei schwimmenden Estrichkonstruktionen mit ihren isolierenden Schutzlagen sind bei Verbundkonstruktionen die Estriche vollflächig und direkt mit dem Untergrund verbunden. Verbundestriche werden häufig ohne einen weiteren Belag oder eine weitere Schicht genutzt. Dann spricht man von sogenannten Nutzestrichen. Die Verbundestriche können unter Berücksichtigung der Voraussetzungen und Gegebenheiten aber durchaus auch belegt werden.

Verbundestriche sind sehr eng und kraftschlüssig mit dem Untergrund verbunden, weshalb sie mit Druck- oder Zugspannungen sowie Rissen auf Verformungskräfte oder Belastungen reagieren können, wobei im Untergrund auftretende Risse sich auch im darüber liegenden Verbundestrich fortsetzen können.

Bietet der Untergrund genügend Haftung?

Sehr wichtig für die Qualität einer Verbundestrichkonstruktion ist die Untergrundoberfläche. Ist die Oberfläche eines tragenden Untergrundes nicht derart beschaffen, dass sie dem Verbundestrich eine ausreichende Haftungsmöglichkeit bietet, können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden, um einen ausreichenden Haftverbund herzustellen oder ihn zu verbessern. Das geschieht durch eine entsprechende professionelle Aufrauung der Oberfläche oder gegebenenfalls auch durch eine Haftbrücke - auch wenn eine Haftbrücke zwischen Rohdecke und Verbundestrich laut DIN 18560, Teil 3 nicht vorgesehen ist.

Sind größere Unebenheiten im Untergrund vorhanden, kann eine weitere Ausgleichsestrichschicht erforderlich werden. Das gilt auch, wenn Kabel- oder Rohrleitungen vorliegen. An die Qualität eines solchen Ausgleichsestrichs hinsichtlich der Kombination mit dem Verbundestrich gelten im Prinzip die gleichen Anforderungen wie an einen sonstigen Untergrund.

Fünf Fragen über Verbundestriche

1. Wo kommen Verbundestriche zum Einsatz?

In Bereichen mit hohen mechanischen Belastungen, die keine besonderen Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz stellen, z.B. Kellerräume oder Garagen in privaten Wohnhäusern sowie Gewerbe- und Industriehallen.

2. Wird auf Verbundestrichen noch ein anderer Bodenbelag verlegt?

Verbundestrichen werden in der Regel direkt genutzt, es ist aber auch möglich, einen Bodenbelag auf der Estrichkonstruktion zu verlegen.

3. Brauche ich eine Ausgleichsschicht?

Eine Ausgleichsestrichschicht ist nur dann erforderlich, wenn größere Unebenheiten im Untergrund vorhanden sind, wenn zum Beispiel Kabel- oder Rohrleitungen für Fußbodenheizungen auf der Rohdecke verlaufen. Ansonsten wird der Verbundestrich direkt mit dem Untergrund verbunden. Um eine kraftschlüssige Verbindung zu gewährleisten muss dieser frei von Verunreinigungen aller Art sein, wie Öl, Kraftstoff oder Mörtelreste.

4. Was bedeutet die Estrichbezeichnung: CT - C30 - F5 - V 25 ?

Die DIN 18560 "Estriche im Bauwesen" beschreibt die Arten, die Ausführung und die Anforderungen an Estrich. Teil 3 dieser DIN setzt sich mit Verbundestrichen auseinander. Dort ist auch die Bezeichnung für Verbundestriche ohne unmittelbare Nutzung wie folgt festgelegt: Kurzzeichen für Estrichmörtelart, Druckfestigkeitsklasse, Biegezugfestigkeitsklasse, "V" für Verbundestrich und die Nenndicke. CT - C30 - F5 - V 25 steht also für: Zementestrich, Druckfestigkeitsklasse C30, Biegezugfestigkeitsklasse F5, Verbundestrich, Nenndicke 25 Millimeter. Wird der Verbund unmittelbar genutzt, sind zusätzlich noch die Verschleißwiderstandsklasse, die Schlagfestigkeit (IR) und die Haftzugfestigkeitsklasse anzugeben.

5. Wie dick muss ein Verbundestrich sein?

Die Dicke des Verbundestriches ist für seine Beanspruchbarkeit nicht maßgebend, da aufgrund des Verbundes alle statischen und dynamischen Einwirkungen auf den tragenden Untergrund sichergestellt sind. Üblich sind Schichtdickten von 25 bis 30 Millimetern bei Zementestrichen und 20 Millimeter bei Gussasphaltestrichen.

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Reen

Oberschicht?

Was für eine Oberschicht ist dann drauf? Epoxi oder ein PU-Beshcichtung?

Oder anders gefragt, wie wird so etwas gepflegt? Kann es geschliffen werden?

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