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Holzpflaster: Sieben Tipps für die Verlegung

In welchen Bereichen können Holzpflaster eingesetzt werden? Welche Klebstoffe sind für die Verlegung notwendig? Und wie sieht es mit dem Feuchtegehalt aus? Wir geben ­sieben Tipps, auf was der Handwerker bei der Arbeit mit Holzpflastern achten sollte.

Sieben Tipps für den Praktiker
Die DIN 68702 unterteilt Holzpflaster in die drei Kategorien "Repräsentativ", "Werkräume" und ­"Gewerblich". So werden die ­Holzklötze zum Beispiel auch gerne in Kantinen eingesetzt. -

Hergestellt werden Holzpflaster vornehmlich aus Kanthölzern unterschiedlicher Abmessungen und Dimensionen. Je nach Holzart wird das Rohmaterial zunächst luftgetrocknet oder geht direkt in die Trockenkammer. Die Zielfeuchten richten sich dabei nach dem jeweiligen Verwendungszweck oder werden im Einzelfall auftragsbezogen eingestellt.

Aus den Kanteln, die je nach Erfordernis zweiseitig längs oder vierseitig gehobelt werden, werden die Klötze für die Holzpflaster gefertigt – wobei die Schnitte anders als bei Parkett oder Dielen quer zur Faser erfolgen.

Die so erhaltenen Rohlinge werden anschließend mit unterseitigen Klebehaftnuten versehen und in verschiedenen Einheiten mit umlaufenden Klebestreifen zu praktischen Verlegeelementen zusammengefasst. Für individuelle Designwünsche können die so entstandenen Holzpflaster zudem herstellerabhängig bereits im Werk geschliffen, geölt, gelaugt, gefast oder gefärbt werden.

1. Anwendungsbereiche: RE, WE und GE

Die Einsatzbereiche von Holzpflastern werden in der DIN 68702 geregelt. Diese übergreifende Norm entwickelte sich aus der Zusammenlegung der alten DIN 68701 GE und DIN 68702 RE-V sowie RE-W und unterteilt Holzpflaster nun in die drei Kategorien RE ("Repräsentativ"), WE ("Werkräume") und GE ("Gewerblich"). Nach intensiven Vorbereitungen erfolgten 2017 notwendige Anpassungen, nach dem die Verlegenorm "DIN 18367 Holzpflasterarbeiten" bereits seit 2016 in der "DIN 18356 Parkettarbeiten" integriert war.

Dort sind die Besonderheiten des Holzpflasters, die in der maßgeblichen DIN 68702 dokumentiert sind, explizit zu Grunde gelegt. Das betrifft beispielsweise die Abmessungen. So wurden im industriellen und gewerblich genutzten Bereich für Holzpflaster GE mit der Hauptholzart Kiefer die Dicke der Klötze mit nur geringen Abweichungen zu früheren Normen angepasst.

Die dort genannten Dimensionsvorgaben dienen unter anderem der Aufrechterhaltung der seitlichen Stabilität – auch bei dem in diesem Anwendungsbereich typischen Fahrverkehr. In Werkräumen mit geringeren Beanspruchungen ohne Fahrverkehr kommen Holzpflaster WE zum Einsatz. Man beginnt dort mit Klotzhöhen von 30 Millimetern, jedoch mit dem vorsorglichen Hinweis, dass bei potentiellem Staplerverkehr mindestens 40 Millimeter Höhe notwendig sind.

Bei den Breiten und Längen gelten in der neuen Norm Maximal- und Mindestmaße, die den veränderten Voraussetzungen der marktüblichen Rohware und den aktuellen Gegebenheiten bei der Verlegung mit den daraus resultierenden Klebstoffen geschuldet sind.

2. Gütebedingungen

Bei den Gütebedingungen gibt es zwischen den einzelnen Anwendungsbereichen unterschiedliche Anforderungen, die sowohl den Gegebenheiten innerhalb der verwendeten Holzarten als auch ihren unterschiedlichen technischen und optischen Ansprüchen Rechnung tragen. Nimmt man beispielsweise die Holzart Eiche, ist dort im RE-Bereich gesunder Splint in geringem Umfang erlaubt. Bei der Holzart Kiefer nach RE gilt leichte Bläue als akzeptabel, bei den gewerblichen Varianten gibt es hinsichtlich der Bläue keine Beschränkungen.

Nicht zulässig sind jedoch Klötze mit offensichtlichem Harzaustritt aus Harzgallen oder Harztaschen. Richtungsweisend sollen neben der Normvorgabe und den materialbedingten Eigenschaften des Holzes insbesondere die Verarbeitungsrichtlinien der Versiegelungsproduzenten sein, die eigene Empfehlungen für die jeweilige Oberflächenbehandlung vorgeben können.

3. Feuchtegehalt

Beim Anliefern der Holzpflaster spielt der Feuchtegehalt eine besondere Rolle. Obwohl der größte Teil den normativen Anforderungen entsprechend geliefert wird, ist festgeschrieben, dass der mittlere Feuchtegehalt der Klötze dem zu erwartenden Raumklima entsprechen und gegebenenfalls vom Besteller festgelegt werden muss. Besteller kann der Architekt, der Auftragnehmer gegenüber dem Holzpflasterhersteller oder der Planer sein, der die zu erwartenden Bedingungen in seinem Leistungsverzeichnis festschreibt.

Eine Nachfrage nach den Gegebenheiten lohnt sich immer, vor allem, um sich gegenüber seinem Auftraggeber abzusichern. Werden keine besonderen Vereinbarungen getroffen, gelten die Werte der Norm, was nichts anderes heißt, als dass der Hersteller dementsprechend liefert. Die Formulierung zum Feuchtegehalt berücksichtigt zum einen, dass man Holzpflasterklötze niemals exakt auf ein Holzfeuchteprozent genau trocknen kann und passt darüber hinaus die jeweilig benötigten Ausgleichsfeuchten an die zu erwartenden klimatischen Verhältnisse an.

Es gelten zulässige Abweichungen von ±2 Prozent, maßgeblich für Abweichungen von Einzelklötzen und Holzfeuchten der jeweiligen Einsatzbereiche. Sie betragen für RE acht bis zwölf Prozent, für WE acht bis 13 Prozent und für GE zehn bis 14 Prozent. Daraus resultieren die entsprechenden Mittelwerte mit den beschriebenen Bandbreiten.

4. Raumklima

Gerade im Objektbereich, also speziell bei GE, aber auch bei WE, sind die Voraussetzungen hinsichtlich des zu erwartenden Raumklimas unterschiedlich, weshalb man ihnen mit auftragsbezogenen Angaben begegnen kann. Diese Anforderungen sind mittlerweile auch in den europäischen Parkettnormen niedergeschrieben und aus zwei Gründen notwendig: Zum einen aufgrund kurzfristiger Anpassungen des Holzes an raumklimatische Verhältnisse mit dauerhaften Folgen für die Festigkeit der Verklebung als auch für langfristige Belastungen aufgrund der sich im Laufe der Zeit einstellenden Ausgleichsfeuchten.

Der Bereich Holzpflaster RE stellt die höchsten Anforderungen an die optische und verarbeitungstechnische Qualität. Das gilt für die Ausgangsrohware, für materialspezifische Eigenarten wie Äste, Risse, Farb­unterschiede und Feuchten sowie für die Bearbeitungsgüten. Die Anforderungen sind jedoch variabel, sodass Holzpflaster RE mit mittleren Feuchten von zwölf Prozent genauso denkbar sind wie GE-Qualitäten mit geringem Astanteil.

5. Klotzstärken

Normativ beginnen die Stärken bei RE mit 22 Millimetern. Daneben sind 25 beziehungsweise 30 Millimeter ebenfalls üblich. In den vergangenen Jahren sind Tendenzen hin zu geringeren Klotzstärken deutlich erkennbar geworden. Die geforderten Dicken von 18, 16 oder im Extremfall zehn Millimetern sind heute durchaus am Markt erhältlich.

Da diese allerdings nicht über die Norm abgedeckt sind, muss der Handwerker bei diesen oftmals gewünschten Klotzgrößen äußerste Vorsicht walten lassen. Sie funktionieren nur unter "Laborbedingungen" oder dann, wenn alle beeinflussenden Parameter erkannt und beherrscht werden können. Die Einschätzung kann nur der spezialisierte Fachmann leisten, der das Zusammenspiel aller Parameter kennt und in der Lage ist, diese umzusetzen.

6. Verlegung

Sofern keine besonderen Vereinbarungen getroffen wurden, bleibt die Richtung der Verlegung dem Auftragnehmer überlassen. Abhängig von den Klotzdimensionen und der Raumgeometrie kann der Handwerker somit entscheiden, ob er eine bestimmte Vorzugsrichtung für technisch oder auch optisch erforderlich hält. Vorherige Absprachen sind jedoch, wie im Fußbodenbereich allgemein üblich, empfehlenswert.

Wichtig ist außerdem, dass der Verleger in einem Raum jeweils gleiche Breiten und Längen verarbeitet – es sei denn, vertraglich wird etwas anderes vereinbart. Daneben sollte der Handwerker vermeiden, durch Arbeiten aus mehreren Paketen plakatartige Flächen mit abweichendem Farbton zu erzeugen. Die für die Verlegung allgemeingültigen Grundlagen gelten insbesondere auch für die Verlegung von Holzpflastern.

7. Klebstoffe

Besondere Aufmerksamkeit muss der Handwerker der Verklebung von Holzpflastern widmen. Aufgrund der stehenden Jahresringe, der vierseitigen Quell- und Schwindungsneigung und der schnellen Feuchtewechselzeit stellt diese Produktgattung hohe Ansprüche an den Klebstoff. Grundsätzlich soll dem Quellen und Schwinden des Holzpflasters mit der festen Arretierung durch einen Klebstoff entgegengewirkt werden.

Fugenbildungen bei der Feuchteabgabe werden mit dieser Maßnahme in gegebenen Grenzen reduziert. Zugleich ist aber auch der Schutz des Untergrundes vor einer mechanischen Überbelastung immanent, weshalb spannungsmindernde Eigenschaften des Klebstoffes gefragt sind.

Im Rahmen dieser Anforderungen muss sich die Qualität der Klotzbefestigung bewegen. Je nach Einsatzbereich setzt der Verleger hartplastische, hartelastische beziehungsweise weichplastische Klebstoffe ein. Während Erstere vor allem im RE-Bereich genutzt werden, sind die hartelastischen Klebstoffe dem WE-Bereich vorbehalten.

Im durch Fahrverkehr gekennzeichneten, industriellen Bereich sind vorwiegend weichplastische Klebstoffe auf Dispersionsbasis gefragt, mit allen Zwischenstufen der jeweiligen Einstellungen der Klebstoffproduzenten. Allgemein gilt: Aufgrund der Saugfähigkeit der Holzpflaster sollten die Klebstoffmengen nicht zu gering gewählt werden. Mit Mengen je nach ­Einsatzbereich von circa 1.100 bis 1.500 Gramm pro Quadratmeter berücksichtigt der Handwerker nicht nur die Eigenheiten des Hirnholzes, sondern auch die teilweise sehr hohen Belastungen an den Boden.

Klebstofffragen: Dreimal kurz erklärt

  • Was bedeutet elastisch?

Elastizität ist die Eigenschaft eines Stoffes, nach Einwirkung einer Kraft in den Ausgangszustand zurückzukehren. Ein elastischer Klebstoff würde damit die auf die Holzpflasterklötze einwirkenden Kräfte flexibel und nachgiebig auffangen, um danach allmählich in den Zustand vor der Belastung zurückzukehren, ohne den Untergrund bei dieser Krafteinwirkung allzu sehr zu belasten.

  • Was bedeutet plastisch?

Plastische Stoffe verformen sich unter Krafteinwirkung und behalten diese Verformung auch nach Ende der Belastung bei. Der Stoff versprödet nicht bei diesem Vorgang, fängt durch sein plastisches Verhalten geringe Klimaschwankungen und damit verbundene Quelldrücke wirksam auf.

  • Was ist ein Vorquelleffekt?

Bestimmte Klebstoffe üben auf das Holz(pflaster) einen sogenannten Vorquelleffekt aus. Das bedeutet, dass deren Lösemittel unmittelbar nach dem Auftrag vom Holz aufgenommen werden und eine beherrschbare Quellung der Klötze verursachen. Die Pufferwirkung besteht darin, dass nach Abgabe der Lösemittel, heutzutage zumeist Wasser, willkommene Freiräume zurückbleiben und damit zu erwartende Quelldrücke der späteren Nutzung die Holzpflasterfläche nicht unmittelbar belasten.

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