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Treppenkanten Systeme für jeden Bodenbelag Schutz vor Abrieb und Unfällen

Das Sanieren alter Treppen, das Verarbeiten von Treppenkanten, das Verlegen von Bodenbelägen auf Treppen und das Renovieren kompletter Treppensysteme gehört zum Aufgabenbereich des Bodenlegers. Eine lohnende Tätigkeit, wenn man die Arbeiten fachmännisch ausführt.

Besonders beim Abwärtsgehen werden Treppen stark beansprucht, wobei der Benutzer meist auf der vorderen Kante der Stufe auftritt und die Schuhsohle abrollen lässt. Die Folge sind Verschleißerscheinungen an den Treppenkanten, noch bevor der Belag der Treppenstufe beschädigt ist. Damit weist die Treppe nicht nur optische Mängel auf, sie birgt auch ein erhöhtes Sturzrisiko. In puncto Sicherheit ist der Bodenleger gut beraten, sich zu informieren. Denn er ist gefragt, wenn es um die fachgerechte Ausführung geht. Damit trägt er auch die Schuld, sollte es beispielsweise durch Unebenheiten und Höhenunterschiede auf der Treppe zu Stürzen kommen. Gerade bei älteren Menschen rufen bereits Höhenunterschiede von ein bis zwei Zentimeter ein Gefühl der Unsicherheit hervor.

Insbesondere bei textilen Bodenbelägen lassen sich schnell Verschleißerscheinungen feststellen, denn hier wirken oft besonders hohe Scherkräfte. Die textilen Beläge wurden meist ohne jeden Schutz um die vordere Kante herumgezogen. Bei Betontreppen wird darüber hinaus häufig die scharfe Kante belassen, die dann zusätzlich von unten in den Belag schneidet. Grundsätzlich sollte in diesem Fall die Treppenkante abgeschliffen werden, der Radius eines Zwei-Euro-Stückes kann hier als Maßstab herangezogen werden. Ähnliches gilt für Holztreppenstufen. Wenn dann noch auf Tritt- und Setzstufe eine Filzunterlage herumgezogen wird, hat der Bodenleger seine Aufgabe erfüllt. Es sei denn, man macht Abstriche bei der Optik und montiert als vorderen Abschluss PVC-Treppenkanten mit einer Einschublippe, mit der die Schnittkante des Treppenbodens sicher geschützt ist.

Systeme für Laminat und Parkett

Eine ästhetisch hochwertigere Lösung, die den kostpieligen Einsatz separater Schutzkanten überflüssig macht und neben hoher Widerstandsfähigkeit auch erhöhte Trittsicherheit bietet, ist ein Treppenbelag auf Basis des Kugelgarnbelags. Dabei wird fabrikseitig eine transparente Treppenschutzkante aus polyolefinartigem Spezialkunststoff eingearbeitet. Dadurch wird das textile Material sichtbar. Die Schutzkante ist leicht zu reinigen, Stücke des Teppichbelags lassen sich richtungs- und rapportlos aneinandersetzen.

Mit zunehmender Verbreitung von Parkett und Laminat wurde es notwendig, auch für diese Materialien entsprechende Treppenkantensysteme zu entwickeln. Diese setzen sich grundsätzlich aus drei Komponenten zusammen: dem Trittstufenbelag, der vorwiegend aus Metall (Aluminium, Messing) bestehenden Treppenkante und dem Setzstufenbelag. Die Treppenkante muss der Dicke des Belagmaterials angepasst sein, wobei in der Regel Dicken von sieben bis 16 Millimeter abgedeckt sein müssen. In den meisten Fällen lässt sich dies mit zwei Profiltypen bewerkstelligen, die einerseits Beläge von sieben bis elf Millimeter, andererseits von zwölf bis 16 Millimeter aufnehmen können. Außerdem gibt es Profiltypen aus zwei Teilen, wobei das eigentliche Kantenprofil in ein Basisprofil eingreift und so stufenlos von sieben bis 16 Millimeter – je nach Dicke des Belagmaterials – eingeschlagen und angepasst werden kann. Die auf Tritt- und Setzstufe übereinandergreifenden Laschen können durch vorsichtiges Anschlagen der jeweiligen Belagdicke nahezu übergangslos angepasst werden.

Mit diesen Treppenrenovierungssystemen lassen sich praktisch alle Fälle abdecken, ganz gleich ob es sich um Beton- oder Holztreppen mit oder ohne „Nase“ an der Trittkante handelt oder ob die Setzstufe gerade oder geneigt ist. Stützprofile gestatten bei Holzstufen mit vorspringender Kante eine schräge Verkleidung der Setzstufe. Anderenfalls übernehmen Montagewinkel die senkrechte Ausführung.

Rutschsicherheit

Alle Profile gibt es in verschiedenen Auftrittsbereichen. Mit rutschhemmenden Rillen, eingelegten andersfarbigen Streifen und sonstigen Streifen garantieren sie auf lange Zeit eine Rutschfestigkeit an der vorderen Treppenkante. Darüber hinaus existieren interessante Varianten mit nachleuchtenden Kanten oder Streifen, die trotz Lichtausfall die einzelnen Treppenstufen deutlich erkennen lassen. Diese gehören zu einem genormten Sicherheitsleitsystem (DIN 67510). Ergänzt wird das Angebot durch Treppenkanten aus Metall in verschiedenen Ausführungen. Meist sind sie für eine bessere Trittsicherheit geriffelt und mit unterschiedlich breiten Auflageflächen profiliert. Sie bestehen vorwiegend aus Aluminium und können naturbelassen, gold oder auch bronzefarben eloxiert sein. Die Befestigung erfolgt meist durch Schrauben, die auch durch Einlegestreifen abgedeckt sein können.

Treppensanierung

Oft stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, eine Treppe im Altbau noch zu reparieren, lose Profile zu befestigen oder Beläge nachzukleben. In den meisten Fällen sollte man „Nägel mit Köpfen“ machen und den Treppenlauf grundlegend sanieren. Das heißt: Belag abreißen und Schienen entfernen. Oft treten erst dann gravierende Schäden wie bröckelnder Beton, gesplitterte oder lose Holzstufen zu Tage. Ein solcher Unterbau muss entsprechend hergerichtet werden. Der Beton kann mit Reparaturmasse saniert werden. Risse können mit Kunstharz verfestigt und lose Stufen neu verlegt werden. Dann ist ein belegreifer Untergrund zu schaffen, es ist vorzustreichen und zu spachteln. Erst jetzt können Belag und Treppenkanten verlegt werden. Es sei denn, man entschließt sich, ein komplettes Treppenrenovierungssystem einzusetzen; Systeme, bei denen sowohl der Trittstufen- als auch der Setzstufenbelag und die integrierte Treppenkante ein komplettes Element bilden. Solche Formtreppen stehen als Kautschuk- oder PVC-Belag zur Verfügung. Dazu gibt es Treppenwinkel an der Wangenseite des Treppenlaufes und solche, die die offene Seite abdecken.

Für Bodenleger lohnt es, sich eingehender mit dem Thema Treppenkantensystem zu befassen. Schließlich steigt mit einer fachgerecht reparierten oder sanierten Treppe der Wert des gesamten Gebäudes – und dies bedeutet Wertschöpfung.

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