Österreich -

Verdeckter Produktmangel Hersteller verweist auf die Verjährungsfrist Lebensdauer nur fünf Jahre?

Ein Klebstoff hat die Aufgabe, einen Bodenbelag dauerhaft mit dem Untergrund zu verbinden. Was aber ist, wenn dieser nach fünf Jahren seine Funktion verliert und sich der Hersteller auf die gesetzliche ­Verjährungsfrist beruft? Zehn Fälle sind bekannt. Die Dunkelziffer soll aber deutlich höher sein.

Lebensdauer nur fünf Jahre?
Wenn der Klebstoff nach nur fünf Jahren nicht mehr klebt, dann ist das Chaos beim Bodenleger und beim Kunden vorprogrammiert. -

Was ist das Problem? Ein Kleb­stofflieferant hatte einen PU-Elastik-Kleber ausgeliefert, der bei der Verarbeitung sowie bei der ­Nutzung zunächst keine Probleme bereitete. Auch in der Gewährleistungsfrist von drei Jahren erfüllte der wichtige Hilfsstoff die Erwartungen. Dann plötzlich nach fünf Jahren stellte  der Klebstoff großflächig seinen Dienst ein. Das Resultat aus ­dieser unerwarteten „Arbeits­verweigerung“ war leider nicht so schön: Großflächig lösten sich viele Parkettböden vom Untergrund, was natürlich eine vollständige Zerstörung des Gewerkes samt nachfolgender notwendiger Komplettsanierung nach sich zog.

Ungeklärte Phänomene seien schuld

Das ist kein Einzelfall. Wie Sachverständige feststellen konnten, löste sich der Einkomponenten-Kleber zu einer sandähnlichen Masse auf, die ihre Klebkraft vollständig verloren hatte. Die Kunden konfrontierten die Verleger daraufhin mit hohen Schadenersatzforderurengen und Neuherstellungen.

Die aufgebrachten Verleger wandten sich daraufhin an ihren Klebestofflieferanten, ein deutscher Hersteller (Name ist der Redaktion bekannt). Als Ursache nannte der Hersteller nach einer langen Bearbeitungszeit keinen konkreten Grund, sondern schob das Problem auf ungeklärte „Phänomene“. Anderer Meinung sind die Betroffenen: Es soll sich nach deren Recherchen und einer Prüfung durch Sachverständige wohl eindeutig um einen Rohstofffehler handeln.

Der Hersteller verwies daraufhin in seinem Schreiben an den ­Kunden auf die vom Gesetzgeber vorgesehene Verjährungsfrist von drei Jahren, die mit fünf Jahren nach der Verlegung deutlich überschritten worden sei (Brief liegt der Redaktion vor). Ohne Anerkenntnis einer Rechtsschuld erklärte der Hersteller, sich an den Sanierungskosten beteiligen zu wollen.

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