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Bodenlegertage in Schladming Infotainment auf hohem Niveau

Im Mai fanden wieder die Bodenlegertage in Schladming statt. Neben spannenden Vorträgen zu technischen Brennpunktthemen, zur Unternehmensführung und zum neuen Vergaberecht kamen auch Spaß und Unterhaltung nicht zu kurz.

Den Vortragsreigen eröffnete Alfred Puchegger mit einem Referat über die "Schadensfalle Estrichmessung". Der Einsatz neuer CEM-II-Zemente und vor allem der vermehrte Einsatz von Trocknungsbeschleunigern hätten die Schadensfälle in jüngster Vergangenheit explodieren lassen und den Sachverständigen reichlich Arbeit beschert. Der Bodenleger sollte daher seine Feuchtigkeitsmesswerte unbedingt dem Bauherrn mitteilen. Dieser muss dann in Absprache mit dem Estrichleger oder -hersteller die Freigabe für die Oberbelagverlegung geben. Anschauliche Praxisbeispiele zeigten im weiteren Verlauf die Notwendigkeit des Einbaus einer FidBox zur dauerhaften Dokumentation des Raumklimas, welche im Schadensfall von immenser Wichtigkeit ist.

Kompliziertes Vergaberecht

Im Anschluss berichtete Mag. Claudia Ferchland-Lechner über das neue Vergaberecht und stellte Fehler und Fallen zu diesem Thema dar. Ferchland-Lechner berät als Spezialistin sowohl Vergeber als auch Auftragnehmer zu leistbaren Konditionen. Weil sich dieses Thema rasch verändert, braucht es Fachleute, die sich mit dieser komplexen Materie dauernd beschäftigen und immer auf dem neuesten Stand sind.

Kompetent, ehrlich, wertvoll

Danach gewährte bwd-Chefredakteur Stefan Heinze in einem mitreißenden Vortrag  Einblicke in den Alltag und die Aufgaben einer Fachzeitschriftenredaktion. Er verglich in sehr eindrucksvoller Bildsprache die Mogelpackungen bei Tiefkühlkost mit den ­Fake-News aus dem Internet, in dem viele zweifelhafte Beiträge aus noch zweifelhafteren Quellen kommen. Demgegenüber lautet das Leitmotiv der bwd: "kompetent, ehrlich und wertvoll". Heinze hat in seiner Tätigkeit als Chefredakteur seit 1996 den journalistischen Qualitätsanspruch immer hochgehalten. Hoch wäre indes auch ein Stapel aus allen bisher in Österreich erschienen bwd-Ausgaben, nämlich so hoch wie der Großglockner.

Nah an den Bedürfnissen des Handwerks

Inhaltlich orientiert sich bwd in erster ­Linie an den Bedürfnissen des Handwerks. Die Handwerksnähe im Österreich-Teil der bwd ist bis heute oft Vorbild für den allgemeinen Teil des Heftes. So standen für Berichte aus der Verlegepraxis einstmals die Verlegetipps von "Prof. Strabbleg" Pate. Die auf den "Gelben Seiten" etablierte Serie "Einer von uns", in der Bodenleger-Handwerker vorgestellt wurden, findet seit Jahren ihre Fortsetzung im allgemeinen Heftteil. Heinze verglich zum Schluss den Fachjournalismus mit seinem Hobby, dem Kochen. Nur wenn man kompromisslos auf die besten Zutaten schaut und mit viel Leidenschaft und Wissen an die Sache herangeht, kann dauerhaft etwas Gutes herauskommen. Der Chefredakteur bedankte sich ausdrücklich bei den Lesern sowie bei der werbenden Industrie, dem Großhandel, den Verbänden und den einzelnen Landes­innungsmeistern für die hervorragende Zusammenarbeit in den letzten Jahrzehnten. Der Applaus darf als Anerkennung für die besonders enge und schon familiäre Verbindung zur  "Bodenleger-Familie" in Österreich gedeutet werden.

Nach einer zauberhaften Vorführung der Illusionskünstlerin Kornelia Weiland, die mit ihrem Charme und ihren Zauberkunststücken das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss, ging es dann am Abend zur bwd-Geburtstagsparty auf die Sonnenalm. Am Samstagvormittag ging nach einer für die Meisten viel zu kurzen Nacht DI (FH) ­Peter Kunert vom Ingenieurbüro für Fußbodenbau an den Start. Sein Thema: "Unebenheiten im Untergrund – praktische Beurteilung und Bewertung".

Hürden und Fallstricke

Für den krönenden Abschluss sorgte dann Udo Herrmann, Erfolgstrainer für Handwerksbetriebe und bwd-Autor, mit dem Vortrag: "Von nichts kommt niemand – mit talentiertem Nachwuchs die Zukunft im Handwerk meistern". Der sympathische Parkettleger sprach darüber, wie man die Internetgeneration für das Handwerk begeistern kann und welche Hürden und Fallen man beim gezielten Ansprechen von Nachwuchshoffnungen nicht machen sollte. Mit vielen Praxistipps aus seinem eigenen Betrieb traf er genau den Nerv der Teilnehmer, die alle vor den gleichen Problemen stehen, wenn es gilt, Lehrlinge oder neue Mitarbeiter zu finden. Udo Hermann gab auch ganz bereitwillig eigene Fehler zu, zum Beispielt nicht immer auf die "Work-Life"-Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen. So hatte er einen guten Lehrling verloren, weil dieser mehrmals Überstunden machen musste und so nicht zu seinem geliebten Gitarrenunterricht gehen konnte. Am Schluss erhielt nicht nur Udo Herrmann viel Applaus, sondern auch der Veranstalter für die gute Organisation und die Auswahl der Vortragenden.

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