Schadensfälle -

Der interessante Schadensfall: Wenn Schall durch Wände geht, wird die fachgerechte Verlegung des Bodens in Frage gestellt Hören, was der Nachbar gerade tut

Zur Beantwortung der Frage nach der Üblichkeit des Anbringens von Sockelleisten in den beschriebenen Anwendungsbereichen wandte sich der Sachverständige unter anderem an die örtliche Innung, die ihn in seiner Auffassung bestätigte, dass es nicht die Regel sei, eine Schalltrennung quasi als unbezahlte Zusatzleistung unaufgefordert mit anzubieten. Im Gegenteil: Es sei ohne weitere Vereinbarung üblich, Profilleisten direkt auf den Parkettboden liegend in der Wand zu befestigen. Auch die Verlegung eines Entkopplungsvlieses würde keinesfalls implizieren, dass der Auftragnehmer von sich aus Schallschutzstreifen hätte einsetzen müssen.

Die Frage, ob sich durch die vorgenommene Montage der Trittschall über das Parkett und über das Mauerwerk in alle Geschosse und Räumlichkeiten übertragen habe, ließ der Sachverständige offen. Diesen Sachverhalt müsse ein Schallschutzgutachter klären. Er bemerkte allerdings, dass durch zwangsläufige Ebenheitsabweichungen ein nur geringfügiger Kontakt zwischen Parkett und schräg unterschnittener Leiste bestehe. Außerdem würde sich der Boden bei Gehbelastung gegebenenfalls von der Leiste entfernen. Für den Handwerker spreche eindeutig, Schallbrücken vermieden zu haben.

Schadensbeseitigung

Letztendlich wurde beschlossen, die Profilleisten zu Lasten des Auftraggebers zu entfernen und diese durch Leisten mit integriertem Schallschutzstreifen zu ersetzen. Wie sich erst später herausstellte, lag die eigentliche Ursache für die Schallübertragung aber wohl in ganz anderen konstruktiven Gegeben­heiten.

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