Österreich -

"Hammerlehre" in Wien Gelungene Nachwuchswerbung

Viele Handwerker haben Probleme, genügend Jugendliche für ihre offenen Lehrstellen zu finden. Dass es helfen kann, sich zusammenzutun, beweist die Aktion "Hammerlehre" an der Wiener Berufsschule Bau.

Seit einigen Jahren wirbt die Berufsschule Bau in Wien 21 um junge Menschen für verschiedene Lehrberufe. Um den Nachwuchs besser zu erreichen, haben sich die Bodenleger, die Maler und Beschichter, die Trockenausbauer, die Pflasterer, die Tapezierer sowie die Wärme-/Kälte- und Schallisolierer zusammengetan. An zwei Samstagen Ende April und Anfang Mai 2018 wurden die Türen der Berufsschuler Werkstätten für interessierte Jugendliche geöffnet, die gerne und in Scharen kamen.

Nicht nur Theorie, sondern auch Praxis

Jeder Interessierte bekam nicht nur von den fast gleichaltrigen Lehrlingen Einblicke in das Berufsbild und die Tätigkeiten der jeweiligen Gewerke, sondern durfte und sollte unter Aufsicht selbst Hand anlegen. Dabei lernten die Jugendlichen, dass die Bearbeitung eines Holzbodens mit einer Einscheibenmaschine nicht so einfach ist, wie es beim Zusehen wirkt. Können und eine ruhige Hand waren notwendig, damit die schwere Maschine nicht ausriss oder gar gegen die Wand fuhr. Die Einschebenmaschine war aber nur eine Station beim Handwerkspass, bei dem die jungen Leute ihr handwerkliches Geschick beweisen konnten: Wer alle acht Stationen absolvierte, bekam ein kleines Geschenk.

Werbung für den Nachwuchs ist notwendig

Wie Landesinnungsmeister-Stellvertreter des Bauhilfsgewerbes KommR Chrisitan Dobianer beim Besuch von BIM Ing. Georg Mayrhofer betonte, sind diese Werbeaktionen für den Nachwuchs unbedingt notwendig, um die offenen Lehrstellen in Wien zu besetzen. So wurde jedem Interessierten gleich eine Liste freier Stellen mitgegeben, damit sich die Jugendlichen gleich konkret bei ihrem Wunschlehrbetrieb vorstellen können.

Eltern mit ins Boot holen

Wie Direktor-Stellvertreter BM Ing. Thomas Prigl betonte, ist nicht nur die Vernetzung wichtig, sondern vor allem, dass die Eltern und Großeltern für die einzelnen Handwerke begeistert werden. Nur, wenn das Umfeld der Jugendlichen positiv auf die Berufswahl reagiert, werden die angehenden Junghandwerker mit ihrer Tätigkeit auch langfristig zufrieden sein. Das unterstrich auch Bundesinnungsmeisterin Irene Wedl-Kogler bei ihrem Besuch an einem der Aktionstage, den sie gemeinsam mit dem Landesschulinspektor Ernst Reiffenstein und der Schulinspektorin Romana Schütz absolvierte.

Besonderen Dank widmete LIM KommR Dobianer seinem Malerkollegen LIM Andreas Denner, indem er die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Doppellehre Maler und Bodenleger lobte. Das Credo aller Beteiligten lautete stets: Taten setzen statt jammern. Am Ende waren sich deshalb alle sicher: Wenn die einzelnen Berufsstände ständig aktiv sind und Werbung für die Handwerke betreiben, werden sich junge Menschen nicht nur für diese schönen Lehrberufe interessieren, sondern sich für ein ganzes Handwerkerleben begeistern.

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