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Deutscher Estrichpreis 2019: Das ist der Gewinner

Der diesjährige Gewinner des deutschen Estrichpreises kommt aus Bocholt: Die Jury entschied sich für dank ihrer anspruchsvollen planerischen Leistung für die Firma Wiegrink.

Der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) hat den "Deutschen Estrichpreis 2019" verliehen. In diesem Jahr fand die Preisverleihung durch den Verbandsvorsitzenden, Michael Schlag anlässlich der Mitgliedersammlung Mitte Mai in Bad Brückenau statt. Die Auszeichnung ging an Wiegrink floor object & design in Bocholt. Gewürdigt wurde eine Bauleistung in einem kulturhistorischen Zentrum, in dem volkskundliche und kunsthistorische Exponate aus dem Alltag der Menschen ausgestellt werden.

Die Aufgabenstellung hatte es in sich: Der Fußboden sollte als fertiges Oberflächenbild eine geschliffene Industriefußbodenoptik im Terrazzoschliff aufweisen. Aufgrund der schwimmenden Heizestrichkonstruktion sollten die Bewegungsfugen mit Aluminiumfugenprofilen in die Konstruktion eingeplant werden, sodass diese nach dem Schleifen optisch sichtbar sind. Darüber hinaus sollten 80 Stufen der Treppenkonstruktion aus dem gleichen Industriebodenmaterial hergestellt, geschliffen und mit prägnanten, farblich abgesetzten Schriftzügen versehen werden.

Ausgezeichnet wurden die sehr anspruchsvollen planerischen und ausführungstechnischen Arbeiten zur Herstellung des in optischer Hinsicht sehr hochwertigen Bodens:

  • Prüfung und Abnahme der Höhenlage des Altbaus und Neubaus durch Erstellung eines präzisen Höhennivellements,
  • Herstellung eines gebundenen Ausgleichmörtels als Unterlage für die zu verlegenden Dämmstoffe,
  • Lieferung und Herstellung der Heizestrichkonstruktion, wobei hier die Bereiche (für die Aussparung) für die später einzubauenden Fugenprofile eingemessen werden mussten,
  • Einsatz verschiedener Pumptechniken wie Druckluftpumpen, Schneckenpumpen wie auch Horizontalzwangsmischern,
  • Exaktes Anarbeiten an Stützen und Einbauteilen durch eine Vielzahl von Sondermaßnahmen,
  • Maschinelles Glätten mit Flügelglättern (Benzinmotor-Glättmaschinen),
  • Der Einsatz von Diamantschleiftechnik zur Erzielung einer Terrazzo-Optik,
  • Einpflege der geschliffenen Oberfläche durch Imprägnate mit verschiedenen Anforderungen an die mechanische als auch chemische Resistenz.
Außerdem wurde in Gemeinschaftsarbeit mit dem Natursteinleger aus dem bestehenden Werksgemisch Fertigteilstufen angefertigt. Im Übergangsbereich Treppe zur Wand wurde zudem eine ca. 3 bis 5 Zentimeter breite Schattenfuge (bestehend aus dem gleichen Werksgemischmörtel) hergestellt, um die Unebenheiten aus der Treppenlaufbreite auszugleichen. Die Formstufen wurden in gleichen Arbeitsgängen wie die Fläche gefertigt und in verschiedenen Schleifgängen in einer Terrazzo-Optik geschliffen. Die Schleifarbeiten wurden sowohl auf der Senkrechten als auch auf der Waagerechten(Stoß und Tritt) durchgeführt.

Um die Rutschhemmung gewährleisten zu können, wurde an der Oberseite eine Aussparung für eine Gummilippe eingefräst und mit einem entsprechenden Treppengummi versehen. In einzelne Treppenstufen wurden ca. 180 Buchstaben zum Thema „Grenze“ eingearbeitet. Hier wurde im Zuge der Herstellung eine Negativform der Schalung eingearbeitet und diese nach dem Ausschalen mit andersfarbigem Material gefüllt und mittels der Schleif und Poliertechnik eingebettet.

Mit der Preisverleihung lässt der BEB dem Bauteil Estrich und den bauausführenden Betrieben eine öffentlichkeitswirksame Anerkennung zukommen. Gestiftet wurde der Preis erneut vom BEB-Fördermitglied WeGo Systembaustoffe. Neben den Insignien erhielt der Preisträger einen Geldbetrag in Höhe von 1.500 Euro. Die Auszeichnung ist bei den bauausführenden Unternehmen sehr begehrt, wie an den Werbe und Marketingmaßnahmen früherer Preisträger zeigten.

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