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Domotex 2016: Parkett, Laminat & Co. Bodenkategorien verschwinden

Ein Blick in die Möbelbranche genügt, um das zu bestätigen. Wie reagieren die Parketthersteller? Musterböden stehen mehr denn je im Fokus. Nicht so sehr die Klassiker wie das berühmte „Versailler Muster“, sondern zunehmend auch eigene Interpretationen mit kreativen Einzelstabformaten. Ungarisches (französisches) Fischgrät, seit Jahren immer wieder angedeutet und gleichzeitig trendvorgebend in Fernost präsentiert, wurde in der Folge von dem bekannten In­dustriedesigner Hadi Teherani marktgängig umgesetzt. Jetzt erfolgte der Durchbruch, der dem parkettlegenden Handwerk nützlich sein dürfte. Passend dazu zeigten die Anbieter beispielsweise winklig profilierte Fertigparkettdielen (geräucherte Eiche, Kährs), zweischichtige und sortimentsübergreifende Stäbe (Jaso) oder Einzelelemente mit Klickverbindung (Scheucher) – ideal für diejenigen, denen handwerkliches Können nur begrenzt zur Verfügung steht. Längst ist nicht mehr „Do it yourself“ (DIY) das Maß aller Dinge, sondern „Let it do“, das in Zeiten der werkstattlosen Alleskönner zu Gunsten des Kunden mit ehemals nur dem Spezialisten vorenthaltenden Produktgattungen gelingen könnte.

Die Landhausdielen werden zunehmend variantenreicher. Seien es unterschiedliche Breitenabmessungen oder gar superelegante Schmaldielen – perfekt umgesetzt von Trendsetter Listone Giordano – oder die aus den Landhausdielen gewonnenen Kurzlängenmuster von Bauwerk, die zu unterschiedlichsten Mustern angeordnet, der Materialausbeute des Herstellers genauso entgegenkommen wie den Liebhabern großzügiger Räume, in denen sie allein ihre Wirkung entfalten können.

Listone Giordano stellt übrigens mit dem floral anmutenden Einzelstab „Bisquit“ in konvexer Form, die zusammen mit der mittlerweile allgemein fußfassenden „unsichtbaren“ Touch­oberfläche eine bisher kaum erlebte Anziehungskraft erzeugt, die Designer der Mitbewerber vor eine echte Herausforderung.Überhaupt die Italiener: Garbelotto und Mazzonetto können sehr flexibel mit Holz umgehen und zeigten echte Highlights. Allerdings vermögen sie ihre eigentliche Stärke in der Exotenvielfalt nur noch sehr begrenzt auszuspielen.

Hölzer aus Übersee sind derzeit nicht gefragt, deshalb war ein Auftritt eines peruanischen Holzvermarkters umso höher zu bewerten. Die ganze Bandbreite der Holzarten des südamerikanischen Andenstaates mit ihren unbezweifelbaren Fußbodenvorzügen setzten Glanzlichter für Holzliebhaber. Einige Versuche, mit einheimischen Hölzern die Eichendominanz zu brechen, gab es ebenfalls: Kährs zeigte gefärbten, leicht gedämpften Ahorn, Grigo setzte auf die Moorulme. Die Angebote zogen zwar Aufmerksamkeit auf sich, haben aber kaum den Rückhalt, hier auf Dauer für eine wirkliche Entlastung zu sorgen.

Das gilt ebenso für Douglasienrifts oder auch vergilbungsreduzierte Esche, die diesem sehr gut parkettgeeigneten Holz nach zahllosen vergeblichen Anläufen allerdings verdiente Aufmerksamkeit bescheren könnte. Mancher Nussbaumboden löste Freude aus. Die Buche ist out, kommt aber hin und wieder modifiziert beziehungsweise eingefärbt zum Einsatz.

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