1989 in der Nähe von Pforzheim geboren und aufgewachsen, lebt Dirk Biotto seit 2009 in Berlin, wo er an der Universität der Künste Industrial Design studiert und sich mit einem eigenen Label selbstständig gemacht hat. Der 27-Jährige wurde 2015 für sein Küchenkonzept Chop Chop, gleichermaßen geeignet für gesunde wie für körperlich beeinträchtigte Menschen, für den German Design Award 2015 nominiert und erhielt international viel Aufmerksamkeit.
Für Flurstück lenkt der Wahlberliner den Blick nach unten. „Teppiche werden unterschätzt. Wir sind auf andere Sachen konditioniert: Unser Sichtfeld beginnt erst ab einer bestimmten Höhe im Raum, darunter verschwimmen die Dinge. Wir sehen Sofalandschaften, Regalsysteme, Hochglanz-Einbauküchen.“ Teppiche? Es seien vor allem veraltete Bilder, die wir im Kopf hätten: von schweren, großen Teppichen, die den Boden „zudecken“. Die Flurstück-Auftakt-Kollektion Berlin_2016/1 ist Biottos erste Arbeit mit textilen Bodenbelägen. „Für mich ist der Teppich ein Möbel“, lässt Biotto keinen Zweifel an der Gleichberechtigung von Brücke, Läufer & Co, „er ist ein subtiles Gestaltungselement.“ Ein guter Teppich füge sich ins Raumklima, er funktioniere sowohl laut als auch leise. In jedem Fall können Teppiche Mehrwert sein, weil sie den Boden ins Bewusstsein bringen, die Perspektive und den Raum erweitern, „weil wir dadurch nur gewinnen: Leute, schaut, was unter euren Füßen passiert!“.
