Die Abkürzung CuELA steht für computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse von Muskel-Skelett-Belastungen. Weniger langatmig als der Name geriet glücklicherweise die Präsentation des neuartigen Messsystems in der Gemeinschaftsaktion „Sicheres Handwerk“ von Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR), Lederindustrie-Berufsgenossenschaft und Deutsche Messe.
„Fast jeder Bodenleger trägt nach ein paar Jahrzehnten einen körperlichen Schaden davon. Warum das so ist, wird hier transparent gemacht“, kommentierte Beobachter Gert F. Hausmann, stellvertretender Bundesinnungsmeister des Zentralverbands Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF), das lebhafte Treiben auf dem Stand in Halle 9 der diesjährigen Domotex.
In der Tat gehörte die Demonstration von Richard A. Kille, Obmann Bodenbelag des erstmals in dieser Form auf der Messe präsenten ZVR, und Andreas Post, seines Mitarbeiters am Institut für Fußbodentechnik und Raumausstattung (IFR), zu den publikumswirksamsten Sonderveranstaltungen in Hannover. Veranschaulicht wurden dank CuELA die vielfältigen Belastungen, die im Bodeneinsatz auf Skelett, Knie oder Wirbelsäule des Handwerkers einwirken. Für die umstehenden Fachbesucher wurden die elektronisch erhobenen Messergebnisse via Leinwand nachvollziehbar. Solcherart für die gesundheitlichen Aspekte des beruflichen Alltags sensibilisiert, gab Moderator Kille Interessierten gleich das passende Merkblatt „Arbeiten im Knien und Hocken“ der Lederindustrie-Berufsgenossenschaft an die Hand.
Denn aus den jahrzehntelangen Beanspruchungen resultierende körperliche Folgen sind längst zum volkswirtschaftlichen Faktor geworden: „Der eigene Körper ist das wichtigste Kapital des bodenlegenden Handwerkers. Er sollte damit sorgsam umgehen und sich spezifische Risiken seiner Tätigkeit bewusst machen“, riet Kille, ö.b.u.v. Sachverständiger für das Parkett- und Raumausstatter-Handwerk sowie Bodenleger-Gewerbe. Noch interessanter dürfte die von ihm präsentierte Praxisvorführung für viele Neugierige gewesen sein, weil mit einem neuartigen, von Kille mitentwickelten Abstoßmesser der Firma Mozart eine der wenigen technischen Novitäten der Messe gezeigt wurde. Anders als mit dem Sichelmondmesser soll die Schweißschnur damit „carpaccioartig“ (Kille) abgestoßen werden können.
R. Kober
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