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Wood Flooring Summit

Premiere war ein voller Erfolg

 
24.01.2012
 
Premiere war ein voller Erfolg
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Gute Gespräche, gute Stimmung, gute Geschäfte: Der Wood Flooring Summit war ein Volltreffer.
Bild: Deutsche Messe AG

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Foto: Holzmann Medien

Die Holzhallen der Domotex hatten 2012 nicht die zweijährliche Konkurrenz der Bau in München zu befürchten. Diesen Vorzug nutzte man mit der erstmaligen Austragung des Wood Flooring Summits – zur Freude aller Beteiligten.

Den „Hölzernen“ war die gute Laune ins Gesicht geschrieben, denn die Tage in den Hallen 8 und 9 hatten Spaß gemacht. Sehr guter Besuch, sehr gute Gespräche, sehr gute Stimmung, sehr gute Geschäfte bzw. Kontakte – was will man von einer Messe eigentlich mehr? Die vielfältigen Aktivitäten der Messegesellschaft zum erfolgreichen Start dieses Branchenevents hatten sich zweifellos gelohnt.


Nachdem immer mehr große Spieler der Branche in der Vergangenheit von der Weltmesse Abschied genommen hatten, setzten sich die Beteiligten an einen Tisch und präsentierten insbesondere unter aktiver Mitwirkung geneigter Vertreter des europäischen Laminatbodenverbandes als Ergebnis den Wood Flooring Summit. Das Gipfeltreffen (englisch summit = Gipfel) der internationalen Parkett- und Laminatbodenhersteller geriet dann auch zu einem vollem Erfolg. Wer die Halle 9 aus früheren Jahren kannte, war zunächst fast perplex, als sich offenbarte, was bei der Premiere herausgekommen war.


Gehobenes Niveau

Viele der bedeutenden Anbieter hatten sich um das Sonderareal des Wood Flooring Summits mit teilweise großartigen Ausstellungsflächen (Parador) platziert und in gemeinsamer Anstrengung das Niveau in den Holzhallen auf eine neue Ebene gehoben. Die daraus entstandene Zugkraft schlug sich nicht nur in den Besucherzahlen nieder, sondern ganz eindeutig auch in der Qualität des Publikums. Wenn Meister, Egger oder Haro rufen, fühlen sich vor allem die vielen Entscheider in den Unternehmen angesprochen.


Auch wenn man für das Forum des Wood Flooring Summits, auf der neben Produktpräsentationen aus allen Bereichen holzbasierter Bodenbeläge auch ein breitgefächertes Vortragsprogramm und viele Preisverleihungen stattfanden, durchaus noch Verbesserungspotential ausmachen konnte: eine Wiederholung scheint gewiss. Wann sie erfolgen wird, ob die jetzige Veranstaltung der Startschuss in den von vielen Ausstellern herbeigesehnten Zweijahresrhythmus war und in welcher Form der nächste Summit stattfindet, darüber muss jetzt die Messegesellschaft nachsinnen, die dabei sicherlich nicht nur die Holzhallen im Auge haben dürfte.


Eine weitere konzeptionelle Veränderung fand ebenfalls viel Zuspruch. Man hatte die Verlegewerkstoffe, das Zubehör und die Maschinentechnik konzentriert, ebenfalls erfolgreich, denn aus der Halle 7 des anwendenden Fußbodenhandwerks wurde über alle Tage reichlich Trubel vermeldet. Wenn auch der eine oder andere Aussteller sich zunächst lieber neben den großen Herstellern der Bodenbeläge gesehen hätte, lautete auch hier das abschließende Fazit nahezu unisono: „Das möge so bleiben.“

Eiche, soweit das Auge reicht

Der Dominator in den Holzhallen war schnell ausgemacht: die Eiche. Wohl selten ist eine Fußbodenmesse so von einer einzigen Holzart beherrscht worden wie die diesjährige Domotex. Eiche in allen Variationen, wie in den Jahren zuvor, länger, breiter, geräuchert, gebürstet, geflammt, hitzebehandelt, gelaugt, gebeizt, geölt, geweißt, vergraut, patiniert, behauen, antiquiert oder im Vintagelook, nur alles noch ausgefeilter. Die unterschiedlichsten Farbnuancen der Eiche von Weiß über Grau in alle Brauntöne bis hin zum tiefen Schwarz prägten die Stände, nicht nur der reinen Holzfußbodenhersteller, sondern auch die, die auf deren Optik setzen, sprich Laminat- oder gar Designbelagproduzenten.


Eine zweite Holzart herauszufiltern, die neben dem deutschen Klassiker eine größere Bedeutung erlangt hätte, fiel ausgesprochen schwer. Exoten blieben nahezu den südländischen und ostasiatischen Spezialisten vorbehalten und wurden damit zurückgedrängt. „Rot ist tot“, sagte ein Aussteller und traf den Nagel auf den Kopf. Hölzer wie Doussie, Jatoba, Muiracatiara, die Gewinner vergangener Jahre, sind derzeit nahezu out. Schwer zu sagen, ob hierbei die Fragen der Beschaffung bzw. Zertifizierung eine Rolle spielen – oder die aktuelle Einrichtungsmode. Letzteres dürfte wohl der wesentlichere Grund sein.


Hell ist Trend

Nebenbei bemerkt: Mit FSC oder PEFC wirbt heute kaum noch jemand, was ein gutes Zeichen wäre, wenn es jeder als gegeben voraussetzt. Zwar prägen Hölzer wie Jarrah, Akazie, Nussbaum oder Teak immer noch den eleganten Einrichtungstil, aber die hellen freundlichen Farben der Möbel, die vornehmlich von der Eiche großzügig in Szene gesetzt werden können, bestimmen den Trend.


Die Buche ist zwar im Brot- und Buttergeschäft immer noch ausgezeichnet im Rennen –warum auch nicht, denn dieses Holz ist am Holzstandort Deutschland unersetzlich – gezeigt wird sie aber nur selten. Wie es funktioniert, beweist seit Jahren Haro unter anderem mit ein- und durchgefärbten Varianten. Aber es ging auch sehr bunt zu. Der Boden, mit dem zum Beispiel der Schweizer Parkettmacher Bauwerk seinen Stand auslegte, sorgte verdientermaßen für viel Aufsehen. Wenn man auch über die Marktfähigkeit streiten konnte, ein Eyecatcher war dieses bunte Vintage- Parkett allemal, wenn auch freilich von Bauwerk für mehr vorgesehen.


Mathematische Wege geht man bei Listone. Der auf dem Wood Flooring Summit prämierte Boden aus der Natural-Genius-Slide-Serie fügt sich aus geometrischen Formen wie Quadraten und Rhomben auf wundersame Weise zu einer Einheit zusammen, die man sich als zentrale Insel im Foyer eines Fünfsterne-Hotels vorstellen könnte.

Zurückhaltende Präsentation

Aber zurück zur Eiche. Die Bearbeitungsqualität des Holzes lässt keine Wünsche mehr offen. Das gilt nicht nur für das saubere Aushobeln der Kanten und Fasen rustikaler Landhausdielen, sondern auch für das aufwendige Ausfüllen der markanten Äste und das feine Herausholen von Tiefenstrukturen, die längst in dafür geschaffenen Holzmanufakturen vorgenommen werden. Zwar geht nicht jeder den „rustikal dezenten“ Weg, sondern bietet Dielen an, bei der die Vorstellung des Begehens allein schon Schmerzen verursacht, aber insgesamt war die Präsentation der Fußbodenhölzer zurückhaltender als in den vergangenen Jahren. Allzu schrille Blau-, Gelb-, Grün- oder Rottöne, mit dicken Farbaufträgen auf die Landhausdielen gebracht, waren gestern, nach mitteleuropäischem Geschmack eher fettglänzende Flächen die Ausnahme.

Walter Pitt


Wie zeigt sich Individualität im Holzbereich? Wie sehr profitiert Laminat vom Digitaldruck wirklich? Und warum erlöste der Wood Flooring Summit den VDP von seinem Schattendasein? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um den Wood Flooring Summit finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung in der kommenden Februarausgabe der bwd.