Diese Geschichte ist nicht erfunden, wenngleich man angesichts der Umstände geneigt sein könnte, das zu glauben. Im vorliegenden Fall beschäftigt der Putzfimmel einer Hausfrau das Gericht, einen Gutachter und einen genervten Bodenleger.
Es bildet sich bei Feuchtigkeit und Nässe eine schmierige Schicht auf dem Laminat mit hässlichen Flecken und sichtbaren Fußabdrücken! Die Oberfläche ist mangelhaft, eine Pflege des Bodens unmöglich. So stand es mit Fragezeichen versehen im Beweisbeschluss, den der Gutachter vom Gericht erhielt. Zu klären wäre auch, ob der Boden komplett ausgetauscht werden müsse und was das Ganze kosten würde.
Beim Ortstermin ging es zügig voran. Der Boden zeigte auf den ersten Blick eine gleichmäßige, sehr ansprechende Oberfläche, kein Streifen war zu sehen. Selbst bei intensivster Gegenlichtbetrachtung konnte man keinen Mangel an der Oberfläche des Laminatfußbodens feststellen. Eine Probe mit einem Universalreiniger zeigte keinerlei Rückstände auf dem Laminatboden. Doch die anwesende Bauherrin beharrte darauf: „Immer wenn ich den Boden reinige, zeigt er Streifen und Fußabdrücke.“ Und das sei auf die Mangelhaftigkeit des Laminats zurückzuführen.
Streifen als Schadensbild
Vom Gutachter um eine Reinigungsdemonstration gebeten, nahm die Bauherrin einen Eimer in die Hand, füllte ihn mit etwas Wasser, tauchte den Putzlappen ein, trocknete ihn so gut es ging und wischte dann damit den Boden. Die durch den feuchten Auftrag entstehenden Streifen monierte die Hausherrin als Schadensbild.
Der Gutachter nahm seine Kamera zur Hand, machte schnell Gegenlichtaufnahmen, die den Trocknungsprozess auf dem Boden festhielten und dort auch einen Fußabdruck nachwiesen. Nach ein paar Minuten griff er nochmals zum Foto, nahm die gleiche Stelle ins Visier und fotografierte jetzt ein abgetrocknetes, gleichmäßiges, ohne Streifen und Flecken vorliegendes Erscheinungsbild. Der Laminatboden war völlig in Ordnung. Moniert wurden tatsächlich die Streifen, die durch den Auftrag des angefeuchteten Putzlappens auf dem Boden entstanden. Ein normaler Vorgang: Die Verstreifungen entstehen im Zuge des Austrocknens dadurch, dass der Film nicht absolut gleichmäßig, sondern zeitversetzt trocknet. Die Fußabdrücke sind fünf Minuten nach Auftragen des Wassers mit einem angefeuchteten Tuch nicht mehr sichtbar. Sie sind als üblicher Schuhabrieb zu deuten, der die Benetzung mit Feuchtigkeit beeinflusst und allein mit einem nebelfeuchten Tuch nicht entfernbar ist, aber insgesamt ohne Rückstande abtrocknet
Wie man Laminatfußböden richtig reinigt, lesen Sie in der Septemberausgabe der boden wand decke.