Staub wird mehr und mehr ein Thema des Arbeitsschutzes. Durch die Entwicklung staubarmer Produkte wird das Problem immer offensichtlicher und könnte sogar zu einem neuen Giscode führen. In einem Vergleichstest hat jetzt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) die Staubentwicklung beim Anrühren von Spachtelmassen und Fliesenklebern auf den Prüfstand gestellt.
Gut abgeschnitten haben dabei die staubarmen Produkte Thomsit RX 20 Premium-Nivelliermasse, der Dünnbettklebemörtel CM 90 EasyFlex Plus und die Bodenausgleichsmasse CN 90 EasyPlan Plus von Ceresit (alle Henkel Bautechnik) – für den Konzern Anlass genug, das Testergebnis auf einer Pressekonferenz am Rande der EPM in Feuchtwangen zu präsentieren. Bei Henkel heißt es, dieses habe Konsequenzen für den Baustellenalltag. Denn die im Handel für die Versuchsreihe erworbenen Wettbewerbsprodukte bewegen sich entweder sehr nahe am zulässigen Grenzwert von drei Milligramm Feinstaub (A-Staub) pro Kubikmeter oder sie überschreiten ihn klar.
Dagegen blieben die Henkel-Produkte teils unter der Nachweisgrenze. Dabei war die Gruppe der chromatarmen, zementären Pulverprodukte (Giscode ZP 1) bisher die gesundheitlich unbedenklichste. Arbeitsschutzrechtlich betrachtet könnte sich nach der Entwicklung der staubarmen Produkte von Henkel eine neue Situation im Markt ergeben. „Die staubarmen Produkte setzen einen Standard, der eine Weiterentwicklung in Richtung gesundheitsfreundliche Verarbeitung bedeutet“, sagt Norbert Kluger, Leiter Gefahrstoff-Informationssystem der BG BAU. „Da nach dem rechtlich verbindlichen Substitutionsprinzip bei der Auswahl zwischen zwei Produkten dem gesundheitlich unbedenklichen der Vorzug gegeben werden muss, dürfen Produkte, die den Grenzwert überschreiten, eigentlich nicht mehr verarbeitet werden.“
Ausnahmen seien denkbar, wenn technische Notwendigkeiten gegen einen Einsatz der gesundheitlich unbedenklichen Produkte sprächen. Verantwortlich dafür, dass die Grenzwerte eingehalten werden, ist der Arbeitgeber. Fliesen- und Bodenleger oder Maler atmen auf der Baustelle pro Tag etwa 10.000 Liter Luft ein. Bis 95 Prozent des Staubs werden wieder ausgeatmet. Der Rest aber – vor allem gefährliche Feinstäube – kann in der Lunge bleiben und zu Gesundheitsschäden führen. Kluger: „Deshalb ist dafür Sorge zu tragen, dass Grenzwerte eingehalten werden.“
Das Thema war durch die Absenkung des allgemeinen Staubgrenzwertes und die Bewertung von Quarzfeinstaub als krebserzeugend in den Vordergrund gerückt. Richard A. Kille, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Raumausstatter-, Parkett- und Bodenlegergewerbe, plädiert ebenfalls für bauseitigen Schutz vor Staub in der Phase des Anrührens von Spachtelmassen und begrüßt die neue Produktreihe. Dr. Udo Windhövel, Leiter Produktentwicklung und Anwendungstechnik bei Henkel Thomsit, verspricht für die Spachtelmasse RX 20 eine Staubminderung, die bei 90 Prozent liegt – ohne Nachteile bei Festigkeit, Verlauf und Abbindung.
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